Press


BILD online
July 08, 2015
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Isenburger Schloss zeigt geile Rockfotos

Offenbach – Unvergessene Momente der Rockmusik, eingefangen mit der Kamera: Joe Cocker 1969 beim legendären Woodstock-Festival, Jimi Hendrix oder John Lennon. Die Foto-Ausstellung “On Stage”, die bisher 120 000 Besucher in deutschen Bahnhöfen gesehen haben, macht am Wochenende Station in Offenbach – im Isenburger Schloss. Für drei Tage wird sie nun da gezeigt, wo sie erfunden wurde: in der Offenbacher Hochschule für Gestaltung. Super: Der Eintritt ist frei. Während des Hochschulrundgangs von Freitag (10. 7.) bis Sonntag (12.7.) gibt’s im Großformat neben 35 historischen auch jede Menge aktueller Rockfotos zu sehen, die Studenten der Hochschule seit 2010 im Rhein-Main Gebiet – aber auch auf großen Festivals – gemacht haben. Am Freitag (18.30 Uhr) wird das beste Rockfoto eines Studenten mit einer Profikamera von Nikon prämiert.
Öffnungszeiten: Freitag, 10. 7.: 18-22 Uhr; Samstag, 11. 7.: 14-22 Uhr; Sonntag, 12. 7.: 14- 20 Uhr


Journal Frankfurt
July 10, 2015
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HFG-RUNDGANG – Die Vielfalt der Gestaltung

…Auch eine Foto-Ausstellung, die bereits mehr als 120.000 Besucher gesehen haben, wird beim Rundgang präsentiert: Die Wander-Schau “On Stage”, die etliche Rocklegenden zeigt. “Das Ganze fing 2010 als Kurs ‘Konzertfotografie’ an. Der schlug ein wie eine Bombe”, erzählt Clemens Mitscher. Seither fotografiert er mit seinen Stundenten regelmäßig auf Konzerten und Festivals. Einige große Kooperationspartner hat er auch schon gefunden, darunter die Deutsche Bahn und Nikon. Daher wurden die Arbeiten auch schon in vielen großen Bahnhöfen ausgestellt. Und der beste Fotograf wurde anhand einer Online-Abstimmung gewählt und bekommt als Preis eine Nikon-Kamera…


DIE WELT kompakt
July 10, 2015
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“Rundgang” an Offenbacher Designhochschule

Die Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) strahlt weit über die Grenzen Hessens hinaus. Das zeigt zum Beispiel eine Ausstellung wie “On Stage”. Entstanden ist sie im Fotokurs des Dozenten Clemens Mitscher, abgelichtet wurden Rock- und Popkonzerte vor allem in der Rhein-Main-Region. Die Schau ist durch Deutschland getourt, wurde an mehreren Großbahnhöfen gezeigt, etwa 120.000 Besucher haben sie gesehen. Zum “Rundgang”, der jährlichen Leistungsschau der Designakademie, kommt sie nun endlich auch nach Offenbach, präsentiert wird sie im Isenburger Schloss, das heute zur HfG gehört.


ARD – Bayerischer Rundfunk
April 17, 2015


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Ausstellung: Rock-Fotografien im Münchner Hauptbahnhof


ARD – Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)
March 23, 2015

 


hallelife.de
March 23, 2015
Referenz

Spektakuläre Konzertfotografien – Ausstellung „ON STAGE“ im Hauptbahnhof in Halle (Saale)

Über 150 spektakuläre großformatige Konzertbilder zeigt das Fotografie-Projekt „ON STAGE“ vom 23. März bis 7. April im Hauptbahnhof Halle (Saale). Das Projekt von Studierenden der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach vereint Konzertfotografie von gestern und heute aus über 500 Konzerten, darunter legendäre Aufnahmen bedeutender Fotografen der Rockfotografie-Geschichte wie Jill Furmanovsky, Mick Rock, Baron Wolman oder des deutschen Didi Zill, mit Bildern von Mick Jagger, David Bowie, Jimi Hendrix oder Pink Floyd.

Der „historische“ Teil der Ausstellung über die Fotografenkoryphäen entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Rockmagazin „eclipsed“. So ist der erste „Rolling Stone“ Cheffotograf Baron Wolman mit beeindruckenden Bildern von Mick Jagger, Jimi Hendrix, Frank Zappa und Angus Young in der Ausstellung vertreten.

Dank des halbstündigen WLAN-Angebots der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof kann sich jeder Besucher mit Hilfe von QR-Codes auf den Fototafeln mit seinem Smartphone die dazugehörigen Lieder direkt über Spotify kostenfrei anhören.

Die Ausstellung ist in der Kuppelhalle des Hauptbahnhofs Halle (Saale) zu sehen. Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei. Die Veranstaltung wird unter anderem von der Deutsche Bahn AG, der Werbegemeinschaft des Hauptbahnhofs (Ihr Einkaufsbahnhof) und dem Bahnhofsmanagement Halle (Saale) der DB Station&Service AG unterstützt.

 


Nürnberger Zeitung
March, 2015
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Die Geburtshelfer der Legenden
Fotoausstellung “On Stage” mit atemberaubenden
Konzertbildern im Hauptbahnhof

Eine hochinteressante Fotoausstellung ist derzeit im Hauptbahnhof Nürnberg zu sehen: “On Stage” zeigt atemberaubende Konzertbilder aus der weiten Welt der Rock- und Popmusik und ist zugleich ein Plädoyer für Qualitätsfotografie unter professionellen Arbeitsbedingungen.

“Die ersten drei Lieder ohne Blitz” – so lautet die Standard-Ansage für Fotografen, wenn sie auf großen Konzerten aus dem Bühnengraben heraus fotografieren wollen. Bei Beyoncé Knowles vor ein paar Jahren waren es gar nur 30 Sekunden (!). Meistens müssen die Fotografen vor Ort vorher noch seitenlange Verträge unterschreiben, in denen sie sich verpflichten, sämtliche Rechte an den eigenen Bildern den Künstlern und ihrem Management zu übertragen und diese auch nur in der Zeitung, für die sie angemeldet sind, innerhalb der nächsten zwei Wochen zu veröffentlichen.

Es kam jedoch auch schon vor, dass die Fotografen nach dem Konzert antreten und sämtliche Bilder vorzeigen mussten – um diese dann von einem Mitarbeiter der Band freigeben zu lassen oder auf dessen Wunsch sogleich von der Speicherkarte zu löschen. Die Fans in der Halle können hingegen das ganze Konzert munter mit ihren Fotohandys knipsen, filmen und blitzen. Logisch ist das nicht, aber seit Jahrzehnten gelebte Praxis. Was zur Folge hat, dass die Welt voll von miesen Amateuraufnahmen ist, auf professionellen Fotos jedoch oft nur die immergleichen Posen zu sehen sind, weil ja alle nur das selbe kleine Zeitfenster zur Verfügung haben.

Was dabei herauskommt, wenn man Profis (von denen viele ja selbst fanatische Musikfans sind) einfach mal machen lässt, zeigt die Fotoausstellung im Hauptbahnhof. Wobei die Künstler entgegen dem Titel nicht nur “On Stage” zu sehen sind, sondern auch hinter der Bühne, in der Garderobe, beim Warten auf den Gängen oder aufwändig inszeniert im Fotostudio. Ein Bild zeigt eine verwüstete Halle in Japan nach einem Auftritt der britischen Hardrocker Deep Purple. Auch die Auswahl lehrt die Macher: Neben den Ikonen und üblichen Verdächtigen der internationalen Rock und Pop-Szene wie den Rolling Stones und den Beatles, Queen, ACDC, Pink Floyd, Madonna, David Bowie und Frank Zappa finden sich gleichberechtigt und auf Augenhöhe auch zahlreiche unbekanntere Künstler wie die Indieband Xiu Xiu, die Elektroniker Crystal Castles, die amerikanischen Horror Punks Blitzkid, das verrückte finnische Humppa!-Orchester Eläkeläiset, die geheimnisvollen Düster-Jazzer Bohren & der Club of Gore und die alten Punkhelden The Adicts.

Magische Konzertmomente – und um nichts anderes geht es hier – können auf kleinen Bühnen ebenso aufblitzen wie auf der Mainstage eines Mega Festivals.

Quer durch alle Jahrzehnte

Ein Foto in der Schau stammt aus Nürnberg und zeigt die Solinger Heavy Metal-Institution Accept bei ihrem Auftritt bei den “Monsters of Rock” 1984 im Frankenstadion. Entstanden ist die Wanderausstellung im Rahmen eines Seminars an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach (HfG). Zu ihren eigenen Konzertfotos haben die Studenten in Zusammenarbeit mit dem Fachmagazin Eclipsed ausgewählte historische Fotografien quer durch alle Jahrzehnte gestellt. Dazu finden sich Zitate von großen Musikfotografen, die zeigen, wie sehr sich das Showgeschäft, die Arbeitsbedingungen in ihm und überhaupt das ganze Handwerk verändert haben. “Die Livefotografie ist besser geworden, weil man früher wegen der schlechten Beleuchtung oft gar keine Aufnahmen machen konnte”, erzählt zum Beispiel der Brite Gered Mankowitz. “Was sich dagegen verschlechtert hat, ist der Zugang. Als ich 1965 mit den Stones arbeitete, stand ich mit der Band auf der Bühne, und meine einzige Anweisung lautete: Komm keinem in die Quere”. Auch sein dänischer Kollege Søren Solkaer erinnert sich noch daran, wie es war, mit analogem Film zu arbeiten: “Der einzige Nachteil bei Digitalkameras besteht darin, dass junge Fotografen, die niemals mit Film gearbeitet haben, ohne zu überlegen drauflos fotografieren und hoffen, dass was Gutes dabei ist.” “Die Fotografie ist die Geburtshelferin der Legende”, sagt hingegen der britische Journalist Paul Morley und trifft den Nagel auf den Kopf. Es hat sich viel geändert, aber ein gutes Foto ist nach wie vor ein gutes Foto. Die großartige Ausstellung ist noch bis 13. März rund um die Uhr im Nürnberger Hauptbahnhof zu sehen (Eintritt frei). (Stefan Gnad)


BILD
March 04, 2015
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Foto-Ausstellung rockt den Hauptbahnhof.

Nürnberg – so rockig war es im Hauptbahnhof noch nie!
Auf der Aktionsfläche in der Eingangshalle hat jetzt eine neue Fotoausstellung eröffnet: 150 Bilder zeigen Rockstars bei ihren größten Bühnenauftritten. So Rolling-Stones-Frontmann Mick Jagger, Gitarren-Legende Jimi Hendrix und die Weltstars David Bowie und Madonna.
Aufgenommen haben einen Teil der spektakulären Bilder Star-Fotografen wie Jill Furmanovsky und Didi Zill. Den anderen Teil haben Studenten der Hochschule für Gestaltung in Offenbach geschossen. Erwin Blau, Sprecher der Ausstellung: “An den Fotografien kann man sehr gut sehen, wie sich die Rock-Fotografie in den letzten Jahren entwickelt hat.” Schönes Extra: An jedem Motiv ist ein sogenannter “QR-Code” angebracht. Diesen Code können die Besucher mit dem Smartphone scannen, sie werden dann direkt zu einem Song des Künstlers geleitet und können sich diesen sofort anhören. Die Ausstellung läuft bis 13. März, der Eintritt ist frei!


Foto Hits
March, 2015
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AUSSTELLUNG DES MONATS

MIESES IMAGE
MAKELLOSE BILDER

Die Wanderausstellung „On stage“ macht auf acht Bahnhöfen Station. Sie bringt den verblassten Mythos des „Rock and Roll“ nahe. Dass seine Reanimation heute möglich wurde, ist unter anderem Menschen zu verdanken, die Leber, Kopf und Kragen riskierten, um vor und hinter der Bühne zu fotografieren. Außerdem zeigen Nachwuchsfotografen, ob der Funke weitergetragen wurde.

Wer Rock und Pop noch zur Jugendkultur zählt, war in den vergangenen Jahren auf keinem Konzert. Heute tanzen Mittvierziger neben Teenagern zu Neo-Post-Punk, während letztere Bands wie „Kraftwerk“ neu entdecken. Es ist zwar schön, wenn die Generationen zueinander finden, doch wurde den Pubertierenden ein wesentlicher Schritt hin zum Erwachsenwerden geraubt. Wie können sie sich musikalisch gegen Eltern auflehnen, wenn diese beseelt mitwippen, sobald aus dem Kinderzimmer „Sympathy for the Devil“ dröhnt? Aufgrund des unwägbaren Käuferprofils geht das Marketing aggressiver vor. Es reglementiert das Bild, mit dem populäre Musik verkauft wird. Daher bestimmen die Manager der Stars, wie deren Image aufgebaut wird. Auch wenn Kommerz schon immer eine Rolle spielte – vor Jahrzehnten hatten Fotografen weitaus mehr Freiheiten. Gered Mankowitz, von dem in der Ausstellung „On Stage“ einige Werke zu sehen sind, erinnert sich: „Bis Mitte der Siebzigerjahre entschieden Fotografen, wie ein Foto auszusehen hatte.“ Ein extremes Beispiel lieferte die legendäre Annie Leibovitz, als sie 1975 mit den Rolling Stones auf Tournee ging. Für gelungene Aufnahmen riskierte sie ihre körperliche und geistige Gesundheit, was bedeutete, dass sie abschließend erst einmal einen Drogenentzug durchmachte. Während des Dauerrauschs lichtete sie etwa den zugedröhnten Keith Richards ab, der kaum die Tür zum Hotelzimmer aufbekam. Undenkbar, solche Aufnahmen heute zu veröffentlichen! Für Konzertfotografen heißt es mittlerweile: Knipsen nur in den ersten zehn Minuten, kein Blitzlicht, Publikation nur, wenn das Management alles abgenickt hat. Entsprechend dazu lebt kaum ein Lichtbildner noch den „Rock ’n’ Roll Way of Life“. Jill Furmanovsky, die ebenfalls in der Ausstellung vertreten ist, sagt dazu: „Heute sind die Fotografen, die vor Ort sind, keine Rockfotografen, sondern Leute, die für Getty oder eine andere Agentur arbeiten und nach den zwei Songs zu einer Party gehen – sie sind nicht wegen der Musik da.“

Augenweide

Zu sehen sind in „On Stage“ großformatige Bilder aus über 500 Konzerten, darunter legendäre Aufnahmen von Starfotografen wie Mick Rock, Baron Wolman, Jill Furmanovsky oder dem Deutschen Didi Zill. Zu den Musikern, die abgelichtet wurden, gehören Mick Jagger, David Bowie, Jimi Hendrix, Frank Zappa, Angus Young, Pink Floyd und viele andere. Darüber hinaus werden die Ergebnisse des Projekts „Stage Photography“ präsentiert, das die Hochschule für Gestaltung Offenbach durchführte. In ihm durften Fotografie-Studierende beweisen, was heute noch möglich ist, wenn man ohne kommerziellen Druck auf Musikfestivals die Kamera zückt.

Zudem konnten sie den 45-jährigen Profi Søren Solkaer widerlegen, der meint: „Der einzige Nachteil bei Digitalkameras besteht darin, dass junge Fotografen, die niemals mit Film gearbeitet haben, ohne zu überlegen drauflos fotografieren und hoffen, dass was Gutes dabei ist.“

Ohrenschmaus

Die Rock-Idole kann man nicht nur betrachten, sondern auch hören. Hier kommen die Veranstalter der „Generation Smartphone“ entgegen: Mit Hilfe von QR-Codes auf den Fototafeln kann sich jeder Besucher die dazugehörigen Songs direkt und kostenfrei anhören. Dafür wird per Gratis-WLAN der Internet-Dienst „Spotify“ aufgerufen. Der Eintritt zu den Ausstellungen ist ebenfalls kostenlos. Weitere Informationen sind auf der Website www.stage-photography.com zu finden.


FOCUS online / Franken TV
March 04, 2015
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Rockidole am Hauptbahnhof
Unter dem Motto „On Stage“ läuft am Nürnberger Hauptbahnhof eine Ausstellung mit historischen und aktuellen Konzertfotografien von Stars wie Mick Jagger, Jimi Hendrix oder auch John Lennon.

 


inFranken.de
March 05, 2015
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Nürnberger Bahnhof ist audiovisuelle Bühne für Rock-Legenden

Joe Cocker steht beim legendären Woodstock-Festival auf der Bühne, Jimi Hendrix lässt seine Gitarre kreischen und auch Keith Richards von den Rolling Stones darf in dieser “Hall of Fame” nicht fehlen: Der Nürnberger Hauptbahnhof bietet derzeit die Kulisse für die großen Stars der Rock-Geschichte.

Die Foto-Ausstellung “On Stage”, die derzeit im Bahnhof gezeigt wird, präsentiert aber nicht nur die Helden der Vergangenheit. Studierende der Hochschule für Gestaltung in Offenbach haben auch aktuelle Aufnahmen von Rockkonzerten für diese Schau beigesteuert. Zahlreichen Konzerte und Festivals haben die Nachwuchsfotografen mit der Kamera besucht. Entstanden sind dabei tausende Bilder, von denen eine kleine Auswahl nun im Rahmen der Schau im Hauptbahnhof ausgestellt werden.

Ergänzt werden die zeitgenössischen Fotos von Bildern aus der Rockgeschichte, die beinahe schon zu Ikonen der Moderne geworden sind. Zu sehen sind Fotos von legendären Rockfotografen wie Bob Gruen, Baron Wolman oder Didi Zill. Die großformatigen Aufnahmen vermitteln große Emotionen und sollen intime Einblicke in die Seele der Musiker ermöglichen.

Die kostenlose Schau im Hauptbahnhof ist aber nicht nur etwas für die Augen. Wer mit seinem Smatphone die QR-Codes neben den Bildern scannt, kann sich die passenden Songs zu den Fotos sogar kostenlos über einen Musikdienst im Internet anhören.
Die audiovisuelle Schau ist bis zum 13. März im Nürnberger Hauptbahnhof zu sehen.


PHOTOGRAPHIE
January 2015
Reference

ON STAGE ROCKT DIE BAHNHÖFE
ROCKLEGENDEN AUF TOUR

“ON STAGE” – unter diesem Namen startet die Offenbacher Hochschule für Gestaltung ein Projekt, das Fotografie und Musik gleichermaßen vereint. Deutschlandweit werden Konzertfotografien von Jimi Hendrix, Mick Jagger und anderen Persönlichkeiten in Bahnhöfen ausgestellt. Die Premiere findet am 17. Februar im Berliner Ostbahnhof statt.

Wer Musik und Fotografie liebt, sollte sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen: Die Geschäfte in den Einkaufsbahnhöfen präsentieren bundesweit das einmalige Konzertfotografie-Projekt “ON STAGE” der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG). Zu sehen sind spektakuläre großformatige Bühnenbilder aus über 500 Konzerten, darunter so legendäre Aufnahmen bedeutender Fotografen der Rockfotografie-Geschichte wie Jill Furmanovsky, Mick Rock, Baron Wolman oder des deutschen Didi Zill, mit Bildern von Mick Jagger, David Bowie, Jimi Hendrix oder Pink Floyd.

Kreatives Studentenprojekt trifft auf Konzertfotografie-Legenden

“Um mich herum war viel Lärm, doch als ich durch den Sucher blickte, konnte ich meine eigene Welt erschaffen und den Lärm ausblenden.” (Baron Wolman)

Das Projekt ON STAGE von Studierenden der HfG Offenbach vereint Konzertfotografie von gestern und heute auf hohem technischen und kreativem Niveau. Ohne den Druck des Kommerziellen sind mutige Bilder entstanden, die sich durch Bewegungsunschärfe und Farbverschiebungen ins Auge und Gehirn der Besucher brennen. Professionelle Orientierung boten den Studierenden dabei die Konzertfotografien der legendärsten Rockfotografen der Geschichte. Das beste studentische Konzertfoto prämiert der Nikon Professional Service (NPS) im Juli 2015 mit einem Kamerapreis.

Der “historische” Teil über die Fotografenkoryphäen entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Rockmagazin “eclipsed”. So ist der erste “Rolling Stone” Cheffotograf Baron Wolman mit beeindruckenden Bildern von Mick Jagger, Jimi Hendrix, Frank Zappa und Angus Young in der Ausstellung vertreten. Wolmans Bilder erwecken die Sehnsucht nach den Mythen des Rocks: Sex, drugs and Rock’n’Roll. Der Betrachter wird auf teils skurrile Art und Weise förmlich in den Strudel des Glamours gezogen.

Originales Rock-Erlebnis dank Spotify

Doch nicht nur sehen, sondern auch hören können die Ausstellungsbesucher ihre Rockidole. Mit Hilfe einzelner QR-Codes auf den Fototafeln kann sich jeder Besucher mit seinem Smartphone die dazugehörigen Songs direkt über Spotify kostenfrei anhören, dank des halbstündigen WLAN-Angebots der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof.

Furmanovsky: Von Pink Floyd über U2 zu Oasis
“Früher hieß es einfach: ‘Du gehst mit Pink Floyd auf Tour. Wir brauchen ein Cover.’ Und los ging’s!” (Jill Furmanovsky)

Den Bildern von Jill Furmanovsky ist anzusehen, wie nah die Künstlerin an den Musikern war. Das ausgestellte Bild von Pink Floyd beim Genuss berauschter Getränke nach der Show macht den Charme der großen Rock-Ära der siebziger Jahre förmlich greifbar. Einen wahrhaft magischen Moment zeigt ihr Foto von Pink Floyd-Gitarrist David Gilmour bei einem Solo zu “Comfortably Numb” während der “The Wall”-Tour 1980. Furmanovsky bezeichnet das Foto als “eines der besten Live-Bilder, das ich je geschossen habe”.

Ihr Doppelportrait des euphorisierten Oasis-Leadsängers Liam Gallagher und dem überheblich-lässig blickenden Bono von U2 während der gemeinsamen Amerika-Tour 1997 ist ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung.


Eclipsed Rockmagazin
September 2014
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Rock ’n’ roll Trainspotting
Das ON STAGE-Projekt der Hochschule Offenbach präsentiert spektakuläre
Konzertfotos an großen Bahnhöfen

Mit dem Beginn der Rock’n’ Roll-Ära gab es sofort auch einen Bedarf an Bildern der neuen Helden der Jugend. Ohne das Zusammenspiel aus Bild und Ton wäre die Attraktivität der Musik mit Sicherheit deutlich geringer gewesen, und durch die Bildsymbolik war es außerdem möglich, ein Künstlerimage zu kreieren, das dem Betrachter im Gedächtnis blieb. Daher sind sich heute die berühmtesten Rockfotografen einig: Auch nachdem die Musik verstummt ist, bleibt immer noch das Bild, um die elektrisierende Kraft des Rock’n’ Roll zu vermitteln.

Um diese Kraft der Bilder geht es beim Projekt ON STAGE, das von der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main (HfG) initiiert wurde. In einer Ausstellung in den Geschäften des Frankfurter Hauptbahnhofs zeigen der Projektverantwortliche Clemens Mitscher und seine Studenten vom 2. bis 11. September 2014 ihre Arbeiten. Hierbei erhalten die Besucher einen spannenden Überblick über fünfzig Jahre Rockfotografie, wobei die groß angelegte Ausstellung aus zwei Teilen besteht. Im ersten Teil präsentieren die Studenten ihre eigenen technisch hochwertigen Konzertbilder. Außerdem haben die Besucher die Möglichkeit, mit Hilfe der QR-Codes auf den Fototafeln die dazugehörigen Songs über den Musikdienst Spotify kostenlos anzuhören, sodass die Unmittelbarkeit zwischen den Musikern und den Betrachtern noch verstärkt wird.

Im zweiten Teil der Ausstellung, der in Zusammenarbeit mit eclipsed entstand, werden die größten Vertreter der Rockfotografie gewürdigt, darunter Baron Wolman, Mick Rock, Jill Furmanovsky (Fotografin von Pink Floyd und Oasis) und Gered Mankowitz (ehemaliger Hausfotograf der Rolling Stones). Abgerundet wird die ON STAGE-Ausstellung durch Infos zur Geschichte der Rockfotografie sowie durch aktuelle Zitate der vorgestellten Künstler. Da es in Deutschland bislang kein Rockfotografieprojekt dieses Umfangs gab, ist der (kostenfreie) Besuch der Wanderausstellung, die 2015 an weiteren Bahnhöfen in Deutschland Station macht, jedem Rockmusikfan nur wärmstens zu empfehlen. (Matthias Bergert)

ON STAGE ON TRACK
eclipsed sprach mit Clemens Mitscher, Dozent an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) und Kurator der Ausstellung ON STAGE

Eclipsed: Wann entstand die Idee für die Ausstellung?

Mitscher: Ende 2009. Seit vielen Jahren zeige ich den Studierenden [den Michelangelo-Antonioni-Film] „Blow-Up“. Da gibt’s diese Szene, wo Jimmy Page mit Jeff Beck in einem Club auftritt, und daraus entwickelte ich die Idee: „Warum machen wir nicht einfach mal Rockfotografie?“ Das wurde dann zum Selbstläufer, weil die Studenten total begeistert waren. Wir waren 2010 beim „Burg Herzberg Festival“ – dort hatten wir Hawkwind, New Model Army, The Brew und die Flying Eyes in unserem Zeltstudio, und gingen zwei Studenten mit Flying Eyes gleich noch mit auf Tour. Nach Auswertung der 15.000 Bilder sollte eigentlich Schluss sein, aber dann kamen die Studenten und sagten: „Fahren wir doch mal zum ‚Melt Festival‘!“ Ich schickte dann eine Mail an [den Veranstalter] Matthias Hörstmann mit einem Link zur Website, die wir kurz zuvor fertiggestellt hatten, und fragte, ob wir teilnehmen könnten. Innerhalb einer Stunde hatte ich eine Antwort vom Cheffotografen: „Das ist eine tolle Sache.“

Eclipsed: Welche Philosophie verfolgt die HfG mit solchen Fotoprojekten?

Mitscher: Ich verfolge das Ziel, gegen die massenhafte Verbreitung von Handybildern im Internet qualitativ anspruchsvollere Bilder zu erzeugen, also gegen den Trend anzugehen. Ausgangspunkt ist dabei die Rockfotografie der Sechziger- und Siebzigerjahre. Dabei sage ich immer: „Wir müssen nicht tausendfach jene Posen reproduzieren, die es schon zu dieser Zeit gab. Schaut nach Momenten, wo jemand nicht die Posen von irgendwelchen Vorbildern übernimmt.“

Eclipsed: Warum findet ON STAGE an Bahnhöfen statt?

Mitscher: Ich hatte am Frankfurter Bahnhof eine Ausstellung mit Naturfotos gesehen und dachte mir, dass das eine geeignete Location für eine Ausstellung zur Rockfotografie sein könnte. Jeder hat im Grunde eine Beziehung zu Rock- und Popmusik, aber die Leute gehen nicht unbedingt in ein Museum, um sich dort eine Ausstellung über Rockfotografie anzuschauen. Wenn man bedenkt, dass der Frankfurter Hauptbahnhof täglich von 300.000 Leuten pro Tag frequentiert wird, bleiben wahrscheinlich mehr Leute an der Ausstellung hängen als in einem Museum. Wenn man das in ganz Deutschland macht, kann man ja hochrechnen, wie viele Menschen das sehen
würden.

Eclipsed: ON STAGE wird im September in Frankfurt und Köln anlaufen. Wo macht die Schau noch Station?

Mitscher: Die Deutsche Bahn plant zwar nicht von einem Jahr aufs andere, aber es ist klar, dass die Ausstellung 2015 auch Großstädte wie München und Berlin bereisen wird. Die Bahn macht so ein Projekt und bietet es auch gleich den anderen großen Bahnhöfen an, weil so etwas natürlich auch Publikum bringt.

Eclipsed: ON STAGE startet am 2. September in Frankfurt mit einem speziellen Eröffnungskonzert. Wer wird dabei sein?

Mitscher The Crazy World Of Arthur Brown und The Brew. Darüber bin ich sehr glücklich, denn Arthur Brown ist der Link zur Psychedelic-Ära von 1968 und kann dieses Lebensgefühl in die Jetztzeit transportieren. 2010 waren The Brew die erste Band, die wir in unserem Herzberg-Fotostudio hatten. Dass sie jetzt für uns spielen, setzt dem Projekt ON STAGE die Krone auf.

Eclipsed: Wie siehst du den Job des Rockfotografen heute?

Mitscher: Man hat’s heute schwer als Fotograf. Ich frage mich zum Beispiel, wann es damit losging, dass man bei Konzerten nur noch drei Songs lang fotografieren darf. Im Ausland ist das gar nicht so verbreitet. Zum Stones-Gig in der Berliner Waldbühne zum Beispiel durften weder die „Bild“ noch die „Welt“ einen Fotografen hinschicken, aber auf dem „Pink Pop Festival“ konnten 15 holländische Fotografen das Stones-Konzert fotografieren.
(Interview: Matthias Bergert)


eclipsed Rock Magazin (online)
September 25, 2014
Reference

Die vergangenen Monate waren heftig, aber die Arbeit hat sich mehr als gelohnt“, wird ein zufriedener Clemens Mitscher am Ende des Tages sagen. Im Rahmen eines Seminars wollte Mitscher seinen Studenten die Technik von Analog- und Digitalfotografie vermitteln, und zwar unter den erschwerten Bedingungen eines Rockkonzertes. „Dass das Projekt solche Ausmaße annimmt, hätte damals keiner gedacht“, staunt er. Auch Didi Zill, renommierter Fotograf von Musikprominenz aus Rock und Pop, der in den 70er- und 80er-Jahren zum Beispiel die Stones, Pink Floyd und Deep Purple vor der Linse hatte, ist mit der Bahn von München nach Frankfurt gereist, um bei der Ausstellungseröffnung dabei zu sein. Er ist sehr angetan von dem Nebeneinander von Klassikern der Rockfotografie und den mutigen, temperamentvollen Bildern der Nachwuchsfotografen. „Ich habe an der Fachhochschule bereits einen Vortrag gehalten und war angenehm überrascht, wie interessiert die jungen Leute waren – und dass sie durchaus Verständnis und Interesse für die analoge Fotografie aufbringen.“

„Man hat nur ca. zehn Minuten Zeit, die Lichtverhältnisse ändern sich ständig, es herrscht viel Bewegung auf der Bühne und häufig auch Gedrängel im Fotograben – eine echte Herausforderung“, erklärt Malte Sänger (27), Student im zehnten Semester und Projektteilnehmer der ersten Stunde. Seine Aufnahmen von The Brew, Pulp und Roxy Music, die ihren Platz in der Ausstellung gefunden haben, betrachtet er nun mit kritischem Blick, aber auch ein bisschen Stolz. Zu Recht, denn die Aufnahmen der Studenten faszinieren die Ausstellungs-Besucher ebenso wie die der Profi-Fotografen. So schwärmt ein Alt-Hippie aus dem Frankfurter Umland, der hauptsächlich für das ebenfalls an diesem Tag stattfindende Arthur-Brown-Konzert angereist ist, vom Herzberg-Festival und bleibt an einer Jeff-Beck-Aufnahme hängen, während ein junger Japaner mit seinem Smartphone den QR-Code zu Efterklang scannt, um zu hören, welche Musik diese Band macht.


HR online
September 04, 2014
Reference with audio (german)

Musikfans aufgepasst: Im Frankfurter Hauptbahnhof sind dieser Tage spektakuläre Bühnenbilder aus über 500 Konzerten zu sehen – darunter viele historische Aufnahmen von Legenden wie Jimi Hendrix, John Lennon oder Bob Dylan. Die Ausstellung “On Stage” ist das Ergebnis eines Projekts an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG), bei dem sich Studierende intensiv mit dem Thema Konzertfotografie beschäftigt haben. Sie haben auf verschiedenen Musik-Festivals selbst Bilder gemacht – unter anderem auf dem Haldern Pop oder dem Burg Herzberg Musik Festival.Auftakt am 2. September ab 17.45 Uhr mit zwei Konzerten: “The Brew” (18 bis 18:45 Uhr) und “The Crazy World of Arthur Brown” (19 bis 20 Uhr), Eintritt frei

Mit dem Projekt wollen sie nach Angaben der HfG zeigen, dass Konzertfotografie Kunst ist. Die Schau “On Stage” will mit Bühnen- und Konzertfotos auf 72 Tafeln außerdem eine ganz eigene Sichtweise auf die zeitgenössische Rock- und Popmusik liefern. Gleichzeitig knüpft das Projekt an die Ästhetik der klassischen Vertreter der Rockfotografie an.

Und so sind neben Bildern aus Konzerten der vergangenen Jahre auch historische Momentaufnahmen von Jimi Hendrix, John Lennon, Bob Dylan, Janis Joplin, Madonna, den Sex Pistols, Queen, Accept, Deep Purple, The Rolling Stones, Joe Cocker, AC/DC, David Bowie oder Pink Floyd zu sehen. Die Besucher können ihre Rockidole auch gleichzeitig hören: Auf den Fototafeln sind QR-Codes abgedruckt, mit denen einzelne Songs auf dem Smartphone abgespielt werden können. Die Schau wird später Stationen auch in anderen deutschen Großbahnhöfen machen.


Frankfurter Neue Presse
September 02, 2014
Reference

Bahnhofsviertel.
50 000 Zuschauer jubelten Gitarrist Herrmann Frank beim Auftritt der deutschen Heavy-Metal Band „Accept“ auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg zu. Das Foto hat Dieter Zill 1984 beim Musik-Festival „Monsters of Rock“ aufgenommen. Der Fotograf ist eng befreundet mit den Bandmitgliedern. Zills Aufnahme ist eines von zahlreicher Fotos, die von heute an unter dem Titel „On Stage“ – übersetzt heißt das auf der Bühne – im Frankfurter Hauptbahnhof zu sehen ist. Dieter Zill ist anlässlich der Eröffnung der Schau persönlich anwesend.
Wer Musik und Fotografie liebt, sollte sich die Ausstellung jedenfalls nicht entgehen lassen: Von heute bis 11. September präsentieren die Geschäfte im Hauptbahnhof Frankfurt ein Konzertfotografie-Projekt von Studierenden der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG). Zu sehen sind spektakuläre Bühnenbilder aus über 500 Konzerten, darunter historische Aufnahmen von legendären Fotografen der Rockfotografie-Geschichte wie Jill Furmanovsky, Mick Rock, Dieter Zill und Baron Wolman, auf denen Mick Jagger, David Bowie, Jimi Hendrix, Pink Floyd und natürlich auch Accept zu sehen sind.

Die großformatigen Fotos vermitteln Emotionen und erlauben mitunter intime Einblicke in die Seele der Musiker. Durch das Spiel mit Bewegungsunschärfe und Farbverschiebungen ziehen die Motive den Besucher direkt in ihren Bann. Auch der Reiz des klassischen Schwarz-Weiß-Fotos bleibt bei den Nachwuchsfotografen ungebrochen; diese Bilder strahlen eine ganz eigenständige Authentizität aus.Heute um 17.45 Uhr wird die Ausstellung mit einem speziellen Show-Case eröffnet: Hierzu werden Studierende der Hochschule für Gestaltung auf einer Bühne Rockfotografie demonstrieren und anschließend Motive in die Foto-Ausstellung integrieren. Begleitend dazu spielen von 18 bis 20 Uhr vor dem Hauptbahnhof die beiden englischen Rockbands „The Brew“ (18 bis 18.45 Uhr) und als Top-Act „The Crazy World of Arthur Brown“ (19 bis 20 Uhr). Der Eintritt ist kostenlos.


Frankfurter Rundschau
September 02, 2014
Reference

Im Frankfurter Hauptbahnhof zeigt die Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) die sehenswerte Fotoausstellung „On Stage“. Zu sehen sind großformatige Bilder von Rockidolen wie Jimi Hendrix und John Lennon.

Rock den Hauptbahnhof: Gut eine Woche lang sind in der Veranstaltungshalle fliegende Musikermähnen zu sehen, Schatten und Licht, Alice Cooper fast lebensgroß, David Bowie riesig, Madonna vor 33 Jahren, Mick Jagger vor 38, Pink Floyd vor 40, die Yardbirds vor 48 Jahren – und Gitarren, Gitarren, Gitarren.

Die Schau

„On Stage“, die Ausstellung im Hauptbahnhof, zeigt noch bis 11. September insgesamt 125 großformatige Fotos von Rockidolen wie Jimi Hendrix, John Lennon, Queen und vielen anderen. Die aktuellen und historischen Bilder stammen von Studierenden der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und von bekannten Rockfotografen wie Bob Gruen, Baron Wolman und Didi Zill.

„On Stage“ heißt die Fotoausstellung mit den Werken großer Bildermeister aus Übersee und kommender Kamerakönner, die noch lernen. Zur Eröffnung spielten am Dienstagabend die englischen Bands The Brew und The Crazy World Of Arthur Brown, und Studierende der Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) fotografierten dazu. Sie sind nämlich die Hauptpersonen. Ohne sie hätte es die Ausstellung gar nicht gegeben. Und das kam so: Clemens Mitscher, Fotografie-Lehrer an der HfG, gab „seit Urzeiten“ Grundkurse mit der berühmten Hasselblad-Kamera und zeigte seinen Studenten auch den Film „Blow Up“, in dem so eine Kamera prominent vorkommt. Ebenfalls sehr auffällig in dem Film: Jeff Beck, einst Gitarrist der Yardbirds, wie er seine Gitarre zerschmettert. „Da kam mir die Idee, man könnte mal Rockfotografie machen“, sagt Mitscher.

Die Idee fand Freunde. 2010 stromerten die HfG-Eleven durch die Musikclubs von Frankfurt und Umgebung, fotografierten, was das Zeug hielt, und bekamen sogar Jeff Beck persönlich bei einem Gastspiel vors Objektiv. Das Projekt wuchs, im nächsten Jahr fuhr der Kurs aufs Melt-Rockfestival, 2013 und 2014 dann aufs Haldern-Popfestival. Mit bewegenden Ergebnissen. Die Studenten, inzwischen mit Digitalkameras zugange, haben jeweils ihr kleines Studio bei den Gigs; so ist es möglich, dass sie fotografieren, das Bild sofort ausdrucken – und als etwa die irische Band The Strypes gerade die Bühne verließ, drückte Laura Brichta den Musikern schon einen Abzug ihres Fotos in die Hand. „Die sind danach mit in unser Studio gekommen“, erzählt die 22-jährige HfG-Schülerin. „Vielleicht verwenden sie eines der Fotos sogar für das Cover ihres neuen Albums.“

Laura Brichta ist seit eineinhalb Jahren dabei. Sie schätzt die Rockfotografie als „völlig andere Art, einem Künstler gegenüberzustehen“, sagt sie. „Man hat diese Masse von Menschen im Rücken, es ist laut, man muss abschalten können – sich die Ruhe nehmen, auf das richtige Bild zu warten.“ Daran arbeitet auch ihr Kommilitone Robert Schittko, 26, der unter anderem die äußerst angesagte Band Maximo Park fotografierte. „Ich habe den Sänger Paul Smith danach noch einmal getroffen, ein Porträt gemacht und ihm das Foto geschickt“, berichtet er. „Und er hat sich bei mir bedankt. Das war cool.“

Bleibende Erlebnisse
350.000 Rockfotos haben Clemens Mitschers Kurse seit 2010 geschossen. Das wäre mit der guten alten Hasselblad wohl nicht möglich gewesen. 125 Bilder hat er zu dieser Ausstellung zusammengefasst – eine gelungene Mischung aus berühmten Fotos der 60er, 70er, 80er Jahre und jenen der Studenten. Es sind nicht nur die Fotos, die bleiben, auch die Erlebnisse. Dieses Jahr in Haldern traf die Gruppe die lebende Legende Patti Smith. Die Sängerin setzte sich mit den Studenten auf die Wiese und redete mit ihnen – eine Stunde lang. „Unheimlich nett, ein ganz toller Abend, ein geiles Konzert“, erinnern sich die jungen Fotografen.


IHR EINKAUFSBAHNHOF
September 02, 2014

Wer Musik und Fotografie liebt, sollte sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen: Vom 2. bis 11. September 2014 präsentiert der Hauptbahnhof Frankfurt ON STAGE, ein Konzertfotografieprojekt von Studierenden der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Die Ausstellung zeigt spektakuläre Bühnenbilder aus über 500 Konzerten. Die großformatigen Fotos vermitteln Emotionen und erlauben mitunter intime Einblicke in die Seele der Musiker. Durch das Spiel mit Bewegungsunschärfe und Farbverschiebungen ziehen die Motive den Besucher direkt in ihren Bann. Auch der Reiz des klassischen Schwarz-Weiß-Fotos bleibt bei den Nachwuchsfotografen ungebrochen; diese Bilder strahlen eine ganz eigenständige Authentizität aus.

Die Ausstellung zeigt aber auch historische Konzertfotografien von den legendären Rockfotografen Bob Gruen, Baron Wolman, Didi Zill, Elliott Landy, George DuBose, Gered Mankowitz, Ian Dickson, Jill Furmanovsky, Mick Hutson und Mick Rock. Sie waren mit ihrer Kamera live dabei, als Größen wie Jimi Hendrix, Bob Dylan, Madonna, Queen, David Bowie oder Marylin Manson die Bühne gerockt haben. Dieser Teil von ON STAGE entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Rockmagazin „eclipsed“.

Mick Rock: “Musiker erinnerten mich stets an die französischen Symbolisten, mit denen ich mich während meines Studiums beschäftigt hatte: Baudelaire, Rimbaud, Verlaine, Mallarmé – die waren völlig durchgeknallt, brachten aber großartige Kunst zustande.”

Der erste „The Rolling Stones“-Cheffotograf Baron Wolman ist unter anderem mit beeindruckenden Bildern von Mick Jagger, Jimi Hendrix, Frank Zappa und Angus Young vertreten. Wolmans Bilder ziehen den Betrachter in einen Strudel des Glamours und machen den Mythos “Sex, drugs and Rock ́n ́Roll” erlebbar.

Baron Wolman: “Jeder spricht am liebsten über sich selbst. Wenn man jemanden so weit gebracht hat, dass er über sich spricht, wird er sich entspannen und sich so fotografieren lassen, wie man es möchte. Auf meinen Bildern sieht man den Musiker als Menschen – das ist das Einzige gewesen, was mich interessiert hat.”

Den Bildern von Jill Furmanovsky ist anzusehen, wie nah die Künstlerin an den Musikern war. Das ausgestellte Bild von Pink Floyd beim Genuss berauschender Getränke nach der Show macht den Charme der großen Rock-Ära der 1970er Jahre förmlich greifbar. Einen wahrhaft magischen Moment zeigt ihr Foto von Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour während der „The Wall“-Tour 1980. Furmanovsky bezeichnet das Foto als „eines der besten Live-Bilder, das ich je geschossen habe“.

Jill Furmanovsky: “Heute sind die Fotografen, die vor Ort sind, keine Rockfotografen, sondern Leute, die für Getty oder eine andere Agentur arbeiten und nach den zwei Songs zu einer Party gehen – sie sind nicht wegen der Musik da.”

Und das beste zum Schluss: Die Ausstellungsbesucher können ihre Rockidole nicht nur sehen, sondern auch hören. Mithilfe einzelner QR-Codes auf den Fototafeln kann sich jeder Besucher mit seinem Smartphone die dazugehörigen Songs direkt über Spotify kostenfrei anhören. Hierfür am besten das kostenfreie halbstündige WLAN-Angebot der Deutschen Bahn nutzen. Einfach den persönlichen Zugangscode anforden und in die Welt des Rocks eintauchen.


Offenbach Post
September 04, 2014
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Jäger des Monats
Offenbach – Jimi Hendrix und Mick Jagger, Jeff Beck und Marilyn Manson. Im Frankfurter Hauptbahnhof begegnet der Pendler momentan vielen Ikonen. Die Ausstellung „On Stage“ der Hochschule für Gestaltung verbindet aktuelle mit klassischer Rockfotografie. Von Eva-Maria Lill

Jeder Atemzug ist eine Chance für das perfekte Bild: Noch bis zum 11. September stellen Studenten der Hochschule für Gestaltung ihre Rockfotografien im Frankfurter Hauptbahnhof aus. Nicht nur für Pendler ein lohnenswerter Stopp.

Jeder Atemzug ist eine Chance für das perfekte Bild: Noch bis zum 11. September stellen Studenten der Hochschule für Gestaltung ihre Rockfotografien im Frankfurter Hauptbahnhof aus. Nicht nur für Pendler ein lohnenswerter Stopp.
Es bleiben meist nur wenige Sekunden. Ein entrückter Blick auf stumpf gespielte Saiten, ein Innehalten zwischen Vierteltakten. Zögern gilt nicht. Wenn Tilmann Aechter über seine Bilder spricht, klingt Fotografie beinahe wie Jagd: „Das ist es. Zack. Jetzt muss ich auslösen. Kunst ist eine Mischung aus Glück und Können und Zeit. Viel Zeit. Den Moment abwarten, lauern, zupacken.“ Der Offenbacher ist einer von 48 Studenten der Hochschule für Gestaltung (HfG), die ihre Rockfotografien aktuell im Hauptbahnhof Frankfurt ausstellen. Noch bis zum 11. September können Besucher die zweieinhalb Meter hohen Tafeln bestaunen. Neben den 125 studentischen Bildern sind auch etwa 30 klassische Fotografien unter anderem von Didi Zill, Elliott Landy und Mick Rock zu sehen. Kurator und Initiator dieser Ausstellung ist Clemens Mitscher, Dozent für Fotografie an der HfG. „Als ich meinem Kurs im Jahr 2010 den Film ,Blow Up’ zeigte, kamen wir gemeinsam auf die Idee, ein Rockfotografie-Projekt ins Leben zu rufen. In einer Szene zertrümmert Jeff Beck seine Gitarre – das war unsere Inspiration,“ verrät der Dozent.

Auf dem Burg-Herzberg- Festival in der Nähe von Bad Hersfeld entstehen die ersten Fotos. Schnell entwickelt sich das Vorhaben zum Selbstläufer. Seit 2010 haben die Studenten 500 Konzerte besucht und mehr als 350.000 Bilder geschossen. Von Madonna und Tina Turner über Deep Purple, The Yardbirds und AC/DC: Für jeden (Rock-)Geschmack ist etwas dabei. Die Idee, „On Stage“ nach Frankfurt zu bringen, hat Mitscher auf dem Weg zur Arbeit: „Ich bin Pendler und habe im Hauptbahnhof irgendwann eine Ausstellung mit Naturfotos gesehen. Da habe ich mir gedacht: Wieso nicht Rock? Wieso nicht Glamour? Hier erreicht man viel mehr Leute als im Museum.“ Rockfotografie lebt von lautem Sound und leisen Momenten. „Früher gab es eine besondere Intimität zwischen Star und Fotograf. Heute gilt die Drei-Lieder-Regel: Nur während den ersten Songs darf ein Bild geschossen werden. Viele Künstler versuchen, in diesen Minuten ihr immergleiches Image aufrecht zu erhalten. Wir müssen zwischen dem stets Vorhersehbaren einen einzigartigen Moment finden“, erklärt Student Sertan Satan.

Zudem stellt das digitale Zeitalter besondere Herausforderungen. In der amateurhaften Bilderflut von Smartphones und Digitalkameras ist es meist schwierig, die Qualität von „handgemachter“ Rockfotografie zu würdigen. Mitscher zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass „On Stage“ die Wahrnehmung positiv beeinflussen kann: „Jeder Mensch hat irgendeine Beziehung zur Musik.“ Seine Erwartung: Manch hektischer Geschäftsmann wird an unseren Bildern hängen bleiben und mit Genuss seinen nächsten Zug verpassen.“ Die Wanderausstellung „On Stage“ von HfG und Rockmagazin „ecplised“ ist noch bis zum 11. September am Haupteingang des Frankfurter Hauptbahnhofs zu sehen. Anschließend werden die Bilder in Köln gezeigt. Weitere Informationen auf der Internetseite von Stage Photography.


Bild Akademie
August 30, 2014
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ON STAGE: Spektakuläre Konzertfotos in den Bahnhöfen Frankfurt und Köln

Wer sich demnächst an den Hauptbahnhöfen Frankfurt und Köln aufhält, sollte eine längere Umsteigezeit einplanen. Die Hochschule für Gestaltung Offenbach und die Deutsche Bahn AG präsentieren ein einmaliges Bahnhofserlebnis:

Wer Musik und Fotografie liebt, sollte sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen: Im September präsentieren die Geschäfte des EINKAUFSBAHNHOFs das Konzertfotografie-Projekt ON STAGE der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) in den Hauptbahnhöfen Frankfurt und Köln. Auf großformatigen Flächen zeigen die Studenten auf 72 Tafeln (je 250 x 120 cm) spektakuläre Bühnenbilder aus über 500 Konzerten. Im zweiten Teil der Ausstellung werden legendäre Fotografen der Rockfotografie-Geschichte wie Jill Furmanovsky, Mick Rock und Baron Wolman geehrt, mit ihren Bildern von Mick Jagger, David Bowie, Jimi Hendrix oder Pink Floyd. Der Eintritt ist frei!

Die Ausstellungstermine sind:
Frankfurt Hauptbahnhof: 02.09. –12.09.2014
Köln Hauptbahnhof: 16.09. –22.09.2014 (zur photokina 2014)
Für 2015 sind weitere Stationen in den deutschen Großstadtbahnöfen in Planung.
Die Auftaktveranstaltung in Frankfurt startet am 02.09.2014

Um 17.45 Uhr wird die Ausstellung mit einem speziellen Show-Case eröffnet: Hierzu werden Studierende der HfG live ON STAGE-Rockfotografie demonstrieren und anschließend Motive in die Foto-Ausstellung integrieren. Dazu spielen von 18.00 bis 20.00 Uhr Open Air vor dem Hauptbahnhof die beiden englischen Rockbands „The Brew” (18.00-18.45 h) und als Top-Act „The Crazy World of Arthur Brown” (19.00-20.00 h). Der Eintritt ist frei!

Zur Eröffnung im Hauptbahnhof Frankfurt werden auch die renommierten Rockfotografen Mick Hutson, Didi Zill und George DuBose erwartet.

Kreative Kunst der Hochschule Offenbach

Die Ausstellung ON STAGE ist das Ergebnis des über mehrere Jahre an der HfG Offenbach von Clemens Mitscher (Lehrer für besondere Aufgaben im Lehrgebiet Fotografie) durchgeführten Projekts »Stage Photography«, in dessen Rahmen sich Fotografie-Studierende mit der Konzertfotografie auf hohem technischen und kreativen Niveau beschäftigt haben.

Ohne kommerziellen Druck konnten sie schließlich auf Musik-Festivals wie Haldern Pop oder dem Burg Herzberg Musik Festival Live-Fotos von den Konzerten und den Musikern schießen. Herausgekommen sind Bilder, die eine eigene Authentizität ausstrahlen und dem Betrachter vermitteln, dass Rockfotografie Kunst ist. Es entstanden mutige Bilder, die sich durch Bewegungsunschärfe und Farbverschiebungen ins Auge und Gehirn der Besucher brennen und Raum für eigene Interpretationen lassen. Auch der Reiz des klassischen Schwarz-Weiß-Fotos bleibt bei den Nachwuchsfotografen ungebrochen.

Doch nicht nur sehen, sondern auch hören können die Ausstellungsbesucher ihre Rockidole. Mit Hilfe einzelner QR-Codes auf den Fototafeln kann sich jeder Besucher mit seinem Smartphone die dazugehörigen Songs direkt über Spotify kostenfrei anhören, dank des halbstündigen WLAN-Angebots der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof.

Mit den großen Konzertfotografen in der Zeitmaschine

„Um mich herum war viel Lärm, doch als ich durch den Sucher blickte, konnte ich meine eigene Welt erschaffen und den Lärm ausblenden.” (Baron Wolman)

Im zweiten Teil der Ausstellung werden die größten Fotografen der Konzertfotografie-Geschichte geehrt. Dieser Teil entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Rockmagazin „eclipsed” (Medienpartner der Ausstellung ON STAGE). So ist der erste „Rolling Stone” Cheffotograf Baron Wolman mit beeindruckenden Bildern von Mick Jagger, Jimi Hendrix, Frank Zappa und Angus Young in der Ausstellung vertreten. Wolmans Bilder erwecken die Sehnsucht nach den Mythen des Rocks: Sex, drugs and Rock´n´Roll. Der Betrachter wird auf teils skurrile Art und Weise förmlich in den Strudel des Glamours gezogen.

„Früher hieß es einfach: ‚Du gehst mit Pink Floyd auf Tour. Wir brauchen ein Cover.‘ Und los ging’s!” (Jill Furmanovsky)

Den Bildern von Jill Furmanovsky ist anzusehen, wie nah die Künstlerin an den Musikern war. Das ausgestellte Bild von Pink Floyd beim Genuss berauschter Getränke nach der Show macht den Charme der großen Rock-Ära der siebziger Jahre förmlich greifbar. Einen wahrhaft magischen Moment zeigt ihr Foto von Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour bei einem Solo zu „Comfortably Numb” während der „The Wall”-Tour 1980. Furmanovsky bezeichnet das Foto als „eines der besten Live-Bilder, das ich je geschossen habe”

Ihr Doppelportrait des euphorisierten Oasis-Leadsängers Liam Gallagher und des überheblich-lässig blickenden Bono von U2 während der gemeinsamen Amerika-Tour 1997 ist ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung.

Große Distanz zwischen Künstler und Künstler

„Die Livefotografie ist besser geworden, weil man früher wegen der schlechten Beleuchtung oft gar keine Aufnahmen machen konnte. Was sich dagegen verschlechtert hat, ist der Zugang. Als ich 1965 mit den Stones arbeitete, stand ich mit der Band auf der Bühne, und meine einzige Anweisung lautete: ‚Komm keinem in die Quere.” (Gered Mankowitz)

Mit dem Durchbruch der digitalen Fotografie und den entsprechenden Bearbeitungs-und Transfermöglichkeiten haben sich die Bedingungen für künstlerische und berufliche Konzertfotografie stark verändert. War zu Beginn der Konzertfotografie in den 1960er Jahren eine enge künstlerische Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Musikern ganz selbstverständlich, wuchs die Kluft zwischen beiden über die Jahre. Heute sind Bilder oftmals nur noch aus großer Entfernung etwa vom Mischpult möglich, Bilder müssen autorisiert werden und dürfen nur in den ersten Sekunden oder Minuten von Konzerten gemacht werden.

Themenmäßig begleitet wird die ON STAGE-Ausstellung durch das Rockmagazin „eclipsed”. Die Redaktion berichtet in der September-Ausgabe mit einer großen Titelstory ausführlich über die Geschichte der Konzertfotografie. Hinzu kommen exklusive Interviews mit den in der Ausstellung präsentierten Rock-Fotografen sowie weiterführende Hintergrundinformationen zur Entwicklung der Rockfotografie. Zudem unterstützen das HfG-Projekt: DB BAHN, GM Foto, Marshall, 25hours Hotel und Nikon Professional Service.

Vote & Win-Verlosung

Im Rahmen der Ausstellung ON STAGE veranstaltet das »eclipsed Magazin« auf www.eclipsed.de/onstage eine Abstimmung über das beste Rockfoto der Studierenden der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Dort wird eine Auswahl der 20 besten Fotos präsentiert, ausgesucht von den Experten der HfG Offenbach und der eclipsed«-Redaktion. Jeder Teilnehmer kann seine drei Favoriten auswählen und nimmt damit an der »Vote & Win«- Verlosung teil (Verlosung bis 30.09.2014). Es gibt attraktive Preise der Sponsoren der ON STAGE-Ausstellung zu gewinnen: Deutsche Bahn, Marshall, Spotify und »eclipsed Magazin«. Alle Infos & Preise auf www.eclipsed.de/onstage.


rhein-main-net
August 28, 2014
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Wer Musik und Fotografie liebt, sollte sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen: Vom 2. bis 11. September präsentieren die Geschäfte im Hauptbahnhof Frankfurt «On Stage», ein Konzertfotografie-Projekt von Studierenden der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG). Die Ausstellung zeigt spektakuläre Bühnenbilder aus über 500 Konzerten, darunter historische Aufnahmen von legendären Fotografen der Rockfotografie-Geschichte. Zur Eröffnung am Donnerstag gibt es Aktionen und vor dem Hauptbahnhof spielen zwei englische Rockbands.

Jill Furmanovsky, Mick Rock und Baron Wolman sind die Fotografen von Mick Jagger, David Bowie, Jimi Hendrix oder Pink Floyd.

Die großformatigen Fotos vermitteln Emotionen und erlauben mitunter intime Einblicke in die Seele der Musiker. Durch das Spiel mit Bewegungsunschärfe und Farbverschiebungen ziehen die Motive den Besucher direkt in ihren Bann. Auch der Reiz des klassischen Schwarz-Weiß-Fotos bleibt bei den Nachwuchsfotografen ungebrochen; diese Bilder strahlen eine ganz eigenständige Authentizität aus (www.onstage.photo).

Um 17.45 Uhr wird die Ausstellung mit einem speziellen Show-Case eröffnet: Hierzu werden Studierende der HfG live ON STAGE-Rockfotografie demonstrieren und anschließend Motive in die Foto-Ausstellung integrieren.

Dazu spielen von 18.00 bis 20.00 Uhr Open Air vor dem Hauptbahnhof die beiden englischen Rockbands „The Brew“ (18.00-18.45 h) und als Top-Act „The Crazy World of Arthur Brown“ (19.00-20.00 h). Der Eintritt ist frei!


musikmachen.de
August 08,2014
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Egal wo heute Konzertfotos entstehen: Sie vermitteln Emotionen und erlauben mitunter intime Einblicke in die Seele des Musikers. Wer Musik und Fotografie liebt, sollte sich die Ausstellung ON STAGE der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) im Hauptbahnhof Köln nicht entgehen lassen!
Vom 16. bis 22. September 2014 präsentieren die Geschäfte des Einkaufsbahnhofs auf großformatigen Flächen spektakuläre Bühnenbilder der Studierenden aus über 500 Konzerten. Der Eintritt ist frei! Ziel der Ausstellung ist es, „alternativ zur massenhaften Verbreitung von Handybildern im Internet qualitativ anspruchsvolle Bilder zu erzeugen, also gewissermaßen gegen den Trend anzugehen“. Um das Projekt einem möglichst großen und breit gefächerten Publikum präsentieren zu können, wurde die Idee geboren, „Stage Photography“ zunächst in Hauptbahnhöfen mit hohem Besucher und Pendlerstrom zu zeigen.
Die Ausstellung zeigt auch historische Konzertfotografien von den legendären Rockfotografen Bob Gruen, Baron Wolman, Didi Zill, Elliott Landy, George DuBose, Gered Mankowitz, Ian Dickson, Jill Furmanovsky, Mick Hutson und Mick Rock mit ihren Bildern von Jimi Hendrix, The Yardbirds, John Lennon, Bob Dylan, Janis Joplin, Madonna, Sex Pistols, Queen, Accept, Deep Purple, The Rolling Stones, Joe Cocker, AC/DC, David Bowie, Pink Floyd, Tina Turner, Aerosmith, Bono, Oasis, Marilyn Manson, Eric Clapton, Van Morrison, Frank Zappa, Debbie Harry und Metallica. Dieser Teil entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Rockmagazin „eclipsed“.

Doch nicht nur sehen, sondern auch hören können die Ausstellungsbesucher ihre Rockidole. Mit Hilfe einzelner QR-Codes auf den Fototafeln kann sich jeder Besucher mit seinem Smartphone die dazugehörigen Songs direkt über Spotify kostenfrei anhören, dank des halbstündigen Wlan-Angebots der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof.


Fotografie Report
March 22, 2012
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Mit Hasselblad Live on Stage
Bühne zwischen Braunkohlebaggern bietet beeindruckende Location

Seit mehr als zehn Jahren findet in Ferropolis, in der Stadt aus Eisen, einmal im Jahr das „Open Air Musik Festival Melt!“ statt. Ferropolis ist auf dem Gelände des Freilichtmuseums für Braunkohletagebau in der Nähe von Gräfenhainichen im Kreis Wittenberg, Sachsen-Anhalt, ganz in der Nähe zur Grenze nach Sachsen gelegen. Der Ort der Open-Air-Veranstaltung ist ungewöhnlich und beeindruckend: Die Bühne liegt zwischen den riesigen, historischen Braunkohlebaggern – eine faszinierende Kulisse für Fotografen. Nunmehr zum dritten Mal in Folge fotografieren dort während der Konzerte Studenten der Hochschule für Gestaltung, Offenbach am Main (HFG).

Die beiden Hochschullehrer Clemens Mitscher und Pro. Martin Liebscher hatten im Jahr 2010 das Non-Profit-Projekt „stage-photography.com“ als Bestandteil des Lehrgebiets Fotografie ins Leben gerufen. Begonnen hatte alles mit einer überschaubaren Anzahl an Studenten, die ihre Liebe zu Fotografie und Musik dafür einsetzten, während Music-Gigs zu fotografieren. Mittlerweile hat sich das Projekt über die Grenzen Offenbachs hinaus einen guten Namen gemacht. Derzeit beteiligen sich 28 Studenten. Im Laufe von zwei Jahren ist eine beeindruckende Anzahl an ausdrucksstarken Fotografien von Musikern während ihrer Auftritte ebenso wie Backstage entstanden.

Vor, auf und hinter der Bühne

Während auf der Bühne in Ferropolis die Musik der Bands aus den Lautsprechern tönte, fotografierten und filmten die Studenten der HFG. Es galt, nicht nur das Wirken der Musiker auf der Bühne, sondern auch den Musiker als Menschen dahinter festzuhalten. „Es ist einfach außergewöhnlich, in einem solchen Ambiente fotografieren zu dürfen“, sagte Clemens Mitscher. Die schwierigen Lichtverhältnisse erhöhten dabei den Anspruch an das Können der Fotografen. In Ferropolis rüstete Hasselblad die Studenten mit einem H4D-Equipment aus, womit diese nahezu 100 Acts dokumentierten. Im begleitenden mStore-Schulbus konnten ausgesuchte Fotos sofort bearbeitet und ausgedruckt werden. Neben Hasselblad und Melt! unterstützten das Projekt weitere Unternehmen wie Apple, Adobe, SanDisk, Wacom, Epson, Fujifilm und Delight Rental Studios, die allesamt für ein professionelles Workflow-Ambiente sorgten. Abgeschlossen wurde das Projekt mit dem Layout eines Fujifilm-Fotobuches.

Beeinduckende Fotos

Der Marketing-Manager Hasselblad Deutschland, Frank Riecke, zeigte sich zufrieden. Noch nie sei das Melt!-Festival so aufwändig innerhalb von nur drei Tagen dokumentiert worden. „Authentische Fotografien, eine Ausstellung, ein Buch und ein Film. Fast 30 fotobegeisterte Menschen, die alle nur ein gemeinsames Ziel hatten – das Beste aus dieser einmaligen Gelegenheit heraus zu holen.“ Bilder vom Melt! Festival und Informationen über das Projekt „stage-photography.com“ sind unter dem Link www.stage-photography.com zu finden. Bei der HfG kann das Fotobuch zu einem Preis von 35 Euro (zzgl. Versandkosten) per e-mail bestellt werden (bibliothek@hfg-offenbach.de).


Hasselblad Deutschland
21. März 2012
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Live on Stage – Hasselblad unterstützt Studentenprojekt beim Open Air Musik Festival Melt!
Auf der Bühne rockten die Bands, doch die Studenten der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main (HfG) ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und fotografierten mit der Hasselblad H4D zahlreiche Bühnenauftritte im Rahmen des Non-Profit-Projektes stage-photography.com.
Was im Jahr 2010 begann, als Clemens Mitscher und Martin Liebscher das Non-Profit-Projekt stage-photography.com ins Leben riefen, ist über die Hochschulgrenzen hinaus zu einem aner- kannten Projekt geworden. 17 Studenten sind Teil von stage-photography.com, dem Projekt des Lehrgebiets Fotografie der HfG. 17 Nachwuchskünstler, die ihre Leidenschaft für Fotografie und Musik auf zahlreichen Gigs in ausdrucksstarke Bilder umsetzen. Eine Arbeit, die über Hochschulgrenzen hinaus überzeugte und in diesem Jahr, dank der Kooperation mit Melt! und zahlreichen Unterstützern aus der Fotoindustrie, ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Die Studenten bekamen die Gelegenheit, auf dem international anerkannten und mit dem „Artist‘s Favourite European Festival“ Award aus- gezeichnetem Musikfestival im Juli 2011 die zahlreichen musikalischen Bühnenauftritte fotografisch und filmisch mit zu dokumentieren.

Seit 1999 findet das Festival der elektronischen Musik in der „Stadt aus Eisen“ Ferropolis statt. Zwischen gigantischen, historischen Baggern und imposanten Relikten aus dem Braunkohletagebau treten die Bands auf – nicht nur für die Live-Acts eine eindrucksvolle Kulisse, auch für die jungen Foto- grafen der HfG. „Es ist einfach außergewöhnlich, in einem solchen Ambiente fotografieren zu dürfen“, bemerkt Clemens Mitscher. Doch der Schwerpunkt der Studenten war nicht das bloße Festhalten einer perfekten Bühnenshow in einer fantastischen Umgebung, sondern den Musiker als Mensch hinter dem Künstler einzufangen. Mit Sicherheit ein hoher fotografischer Anspruch, der durch die schwierigen Lichtverhältnisse zusätzlich erhöht wurde.

Ausgerüstet mit Hasselblad H4D Equipment nutzten die Nachwuchskünstler im Laufe des drei Tage andauernden Festivals jede Gelegenheit, diesem Anspruch gerecht zu werden und schossen Fotos von fast 100 Acts. Aus der Vielzahl der spannenden und unterschiedlichsten Aufnahmen wurden im mStore Schulbus die besten Bilder sofort bearbeitet, ausgedruckt und tagesaktuell in der „Growing Gallery“ im Melt! Pressebüro ausgestellt. Dank der Unterstützung durch Hasselblad, Melt!, Apple Premium Reseller mStore, Adobe, SanDisk, Wacom, Epson, Fujifilm und Delight Rental Studios wurde den jungen Künstlern eine professionelle Plattform geboten, die ihnen die Gelegenheit gab, Fotografien zu schaffen, die völlig unberührt in ihrer Authentizität blieben. Den perfekten Abschluss fand das Projekt nun mit der Fertigstellung des Fujifilm-Fotobuches, in dem die besten Bilder zusammengestellt wurden.

Geert Schäfer, Director of Photography des Melt! Festivals, der das Projekt und die Studenten intensiv betreute, ließ sich die Gelegenheit ebenfalls nicht entgehen, mit einer Hasselblad Kamera zu arbeiten. In intensiver Zusammenarbeit mit Hasselblad wurde die H4D-40 Stainless Steel 14m oberhalb der Bühne montiert, damit Schäfer sein Traumfoto realisieren konnte. „Ich wollte ein perspektivisch einma- liges Foto zur „blauen Stunde“ machen. Um das umzusetzen, habe ich das 28mm H Objektiv genutzt, welches dafür einfach perfekt geeignet ist“, erklärt Gert Schäfer. „Die Steuerung der Kamera erfolgte via iPad mit Hasselblads Phocus Mobile, für mich die ideale Lösung, um meine Idee zu verwirklichen“, so der Director of Photography weiter.

Frank Riecke, Marketing Manager Hasselblad Deutschland, zieht eine durchweg positive Bilanz: „Noch nie wurde das Melt!-Festival so aufwändig in nur 3 Tagen dokumentiert. Authentische Fotografien, eine Ausstellung, ein Buch und ein Film. Fast 30 fotobegeisterte Menschen, die alle nur ein gemeinsames Ziel hatten – das Beste aus dieser einmaligen Gelegenheit heraus zu holen.“
Die eindrucksvollen Bilder vom Melt! Festival und Informationen über das stage-photography.com Projekt finden Sie unter: www.stage-photography.com.
Das Fujifilm-Fotobuch brillant kann zu einem Preis von 35 Euro (zzgl. Versandkosten) per E-Mail bei der HfG bestellt werden: bibliothek@hfg-offenbach.de.
Für weitere Informationen über das Melt! Festival besuchen Sie: www.meltfestival.de


ZDF Kultur
September 2011
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stage-photography auf dem Melt! Festival 2011

 


Urban Comfort
September 28, 2011
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In dem Projekt fotografieren junge Nachwuchsfotografen der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) Bands und Musiker und stellen diesen die Fotografien zu Promo- und Werbezwecken kostenfrei zur Verfügung. Ein Gespräch darüber mit Pascal Davíd Breitenbach, HfG-Student und Fotograf von stage-photography.com.

Urban Comfort (UC): Pascal, du studierst an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach und bist Teil des Non-Profit-Projekts stage-photography.com, das dort entstanden ist. Kannst du das Projekt bitte in wenigen Sätzen beschreiben?

Pascal Davíd Breitenbach (Pascal): stage-photography.com ist aus einem technischen Kurs an der HfG Offenbach entstanden, in dem ein neuer Kameratyp, der an der Hochschule eingeführt wurde, den Studierenden nähergebracht werden sollte. Die Überlegung war, unter enorm schwierigen Bedingungen fotografieren zu lernen. Das bietet natürlich die Bühnenfotografie, da man dort sehr restriktiv arbeiten muss. Der Kurs hat sich dann aber sehr schnell zu einem darstellerischen, künstlerischen Kurs entwickelt. Wir gehen los und fotografieren Bands mit deren Einwilligung. Die Musiker bekommen im Anschluss die Fotos und können diese für deren eigene Promotion verwenden. Wir Fotografen lernen so das Arbeiten bei sehr schwierigen Lichtverhältnissen. Das ist dann übertragbar auf alle anderen Situationen, in denen man fotografiert.

UC: Das Projekt ist also aus einer Lehrveranstaltung entstanden. Wann war das?

Pascal: Im Sommersemester 2010 fand das Seminar zum ersten Mal statt. Das Projekt gibt es also seit einem guten Jahr. Seitdem arbeiten wir daran, am Wochenende, im Sommer, im Winter, eigentlich immer. Es sind einige Studenten, die das dauerhaft verfolgen und daran mitwirken. Das Projekt hat sich ziemlich verselbstständigt.

UC: Sind alle Fotografen des Projekts Teilnehmer des Seminars gewesen oder sind da auch andere, externe Leute dazu gekommen?

Pascal: Alle waren Teilnehmer des Seminars, wobei das Seminar bereits ein zweites Mal stattgefunden hat. Darüber hinaus sind keine Fotografen dazu gestoßen. Aber das Seminar ist immer recht groß, so sind das phasenweise schon viele Leute.

UC: Wie viele sind zurzeit in dem Projekt aktiv?

Pascal: Richtig aktiv sind im Moment circa 10 Studenten, insgesamt sind aber wesentlich mehr Studierende Teil von stage-photography.com. Aber durch das nächste Seminar kommen dann wieder neue Fotografen – auf jeden Fall für eine gewisse Zeit – hinzu.

UC: Wie wählt ihr die Bands oder Veranstaltungen aus, die ihr fotografiert? Oder kommen Bands und Veranstalter auf euch zu und fragen bei euch an?

Pascal: Das ist inzwischen ganz unterschiedlich. Meistens treffen aber wir die Auswahl und fragen dann bei der Band oder deren Roadmanager an. Es gibt aber auch Fälle, in denen Veranstalter und Künstler auf uns zukommen. Mit dem KFZ Marburg haben wir zum Beispiel eine Absprache gehabt, nach der wir alle Veranstaltungen, die dort für einen Zeitraum stattfanden, fotografiert haben. Da sind dann auch Lesungen dabei, die für uns fotografisch natürlich nicht so interessant sind. Mehrheitlich sind wir es aber, die die Bands aussuchen.

UC: Ihr arbeitet in diesem Projekt honorarfrei. Bekommt ihr denn in Fällen wie dem KFZ Marburg Reisekosten erstattet?

Pascal: Nein, Reisekosten bekommen wir nicht. In dem Fall ist das auch kein Problem, da wir alle das Semesterticket haben und auch Marburg erreichen können. Wer mit dem Auto fahren will, muss die Kosten selber tragen. Eine Ausnahme gab es nur es nur bei einer Ausstellung, bei dem die Reisekosten erstattet wurden.

UC: Was war das für eine Ausstellung, von der du gerade sprichst?

Pascal: Die Ausstellung war im rock`n´popmuseum in Gronau. Das ist nur ein Steinwurf von der holländischen Grenze entfernt. Eigentlich ist das das einzige moderne Musikmuseum in Deutschland und wird stark von den Scorpions, Udo Lindenberg und anderen deutschen Künstlern supportet. Wir wurden gebeten, dort eine Ausstellung zu machen. Die haben wir dann von Offenbach aus vorbereitet, kuratiert, die Bilder in unserem Studio gedruckt und sind dann zu dritt nach Gronau gereist und haben zusammen mit Dr. Thomas Mania, dem Kurator des Museums, gehangen. Das war jetzt im Sommer 2011 und lief etwa drei Monate.

UC: Zurück zu den Konzerten, die ihr fotografiert. Kannst du ein paar Beispiele nennen, welche Bands von euch schon auf Bildern festgehalten wurden?

Pascal: Wir haben einen starken Fokus auf die Indieszene und die neue Bluesszene, die gerade am entstehen ist. An bekannteren Leuten waren unter anderem Liam Gallagher mit seiner neuen Band Beady Eye oder New Model Army dabei. Aber auch Musiker wie der Liedermacher Götz Widmann oder Klaus der Geiger, der aus der Anti-AKW-Bewegung kommt, waren dabei. Ich denke es lohnt sich einfach auf der Homepage vorbeizuschauen und selbst zu gucken, wir haben mittlerweile ein ziemlich breites Spektrum. Zum Beispiel sind da auch Jungs wie Kalkbrenner dabei, die für die europäische Elektroszene ziemlich wichtig sind.

UC: Was passiert im Anschluss genau mit den Fotos und wie ist die Regelung hinsichtlich der Bildrechte?

Pascal: Das Urheberrecht bleibt immer bei uns bzw. dem jeweiligen Fotografen. Wir räumen den Bands Nutzungsrechte im Rahmen des Webs, also der digitalen Nutzung ein. Wenn sie die Fotos aber im Printbereich verwenden möchten, also in Magazinen, auf Plakaten oder in CD-Booklets, müssen sie sich direkt an den Fotografen wenden, um mit dem eine Vereinbarung zu treffen, die dann auch nicht mehr unentgeltlich ist. Das ist bisher aber selten, kam aber schon zum Beispiel bei einer Psychedelicband vor. Die wollten ausschließlich Fotos eines unserer Fotografen für ihr Cover nutzen und einigten sich dann mit dem direkt.

UC: Du hast während des Gesprächs gesagt, dass einige der Fotografen jetzt schon seit Beginn des Projekts dabei sind. Was treibt euch an, an dem Projekt über die Seminardauer hinaus mitzuwirken?

Pascal: Vielen geht es vor allem um den Spaß an der Arbeit in diesem Umfeld. Die Interaktion mit Musikern und Bands ist einfach großartig, häufig sind wir ja schon während der Soundchecks dabei. Oftmals herrscht bei den Veranstaltungen eine sehr familiäre Atmosphäre. Als weitere Übung ist das nicht so sehr zu betrachten, da sich dann doch situativ und bildlich viel wiederholt. Manchmal könnte man sogar zwei Fotos von zwei Bands bei völlig unterschiedlichen Konzerten nebeneinander halten und sie sind im Prinzip identisch. Für viele wird das auf Dauer langweilig. So steigen immer mal Leute aus diesem Grund aus dem Projekt aus. Andere sind weiterhin aus Spaß daran dabei.

UC: Zum Abschluss die Frage nach dem, was gegenwärtig oder in naher Zukunft ansteht?

Pascal: An Veranstaltungen steht zurzeit nicht viel an. Wir haben kürzlich erst mit 18 Fotografen das MELT! Festival fotografiert und sind noch an der Auswertung. In dem Zusammenhang haben wir einen Kooperationsvertrag mit Fuji, die uns 100 Fotobücher kostenfrei drucken. Es wird also bald ein Bildband mit unseren Fotos vom MELT! erscheinen. Auch ein Film über das MELT! Festival, der von uns für die Sponsoren der Aktion gemacht wird, ist gerade fertig geworden und befindet sich in der Abnahme. Von einigen Leuten wurde dann jetzt im Anschluss das Berlin Festival auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof fotografiert. Da ist auf jeden Fall an einigen Stellen noch einiges zu erledigen und von da aus schauen wir wie es weiter geht.

UC: Vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person:

Pascal Davíd Breitenbach, 1987 geboren, wohnt in Offenbach und studiert dort an der Hochschule für Gestaltung (HfG). Er arbeitet vor allem fotografisch, grafisch und lyrisch. Einen Teil seiner Werke präsentiert er im Netz auf http://www.tiefflug.net/ und auf http://tiefflug.info/.

Das sehenswerte Projekt findet ihr auf http://stage-photography.com/


Westfälische Nachrichten
June 15, 2011
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Polaroid Piraten und Schlafsack Labor

Gronau – Das Rock´n´Popmuseum zeigt von heute an in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung in Offenbach die Ausstellung „stage-photography“. Zu sehen sind Fotos, die die Studenten aufgenommen haben. Darunter sind eher typische Bilder von Musikern und Bands, die auf der Bühne aus sich herausgehen. Aber die jungen Fotografen haben auch besondere Momente gesucht und gefunden. Augenblicke, in denen sie hinter die Pose der Musiker blickten.

„Ein großer Teil der Bilder ist auf dem Burg-Herzberg-Festival entstanden“, erläutert Dozent Clemens Mitscher, der gemeinsam mit den Studenten Urs Daun und Pascal Breitenbach die Ausstellung in Gronau aufgebaut hat. Ein mobiles Studio war beim Festival dabei, in dem die Studenten auch abseits der Bühne und des Backstage-Bereichs Musiker zur Fotosession einladen konnten.

Individualität war Trumpf. „Jeder hat versucht, sein eigenes Projekt zu verfolgen“, so Breitenbach. Urs Daun zum Beispiel fand seine Motive im Publikum des Festivals, das seit über 40 Jahren Hippies ins Osthessische lockt. Er opferte seine letzten Polaroid-Filme für 20 Porträts. „Polaroid-Piraten“ nannte er die Serie. Und tatsächlich wirken die Typen wie aus einem Seeräuber-Film entsprungen: Gesichter, die das Leben gefurcht hat, dabei eine intensive Individualität ausstrahlend.

Während er auf Polaroids setzte, ist eine analoge Has­selblad-Kamera Florian Albrecht-Schoecks ständiger Begleiter, wenn er Festivals und Konzerte besucht. „Er entwickelt seine Filme im Schlafsack“, erzählte Mitscher. Die unkonventionelle Arbeitsweise hinterlässt Spuren auf dem Material: Kratzer, Staub, Fingerabdrücke. Doch sie geben den Fotos den Charakter des Authentischen, üben einen besonderen Reiz aus. Dem auch die Mitglieder der Band „Flying Eyes“ erlagen: Sie erwarben die Fotos für das Booklet ihrer neuen Produktion.

Problem für viele Konzertfotografen sind die Res­triktionen: „Drei Songs, dann schaltet ihr die Kameras ab,“ heißt es. Die Fotografen müssen unter Druck und erschwerten Bedingungen einzigartige Bilder suchen.

Den Anspruch, nicht „nur“ die Realität abzubilden,sondern Kunst zu machen, haben die Studenten allesamt. Eine erste Ausstellung ihrer Bilder auf der „Photokina“ in Köln stieß auf Interesse bei Fotomagazinen. Und auch von den Musikern selbst erhalten die jungen Fotografen Feedback. „Wenn auch die Wertschätzung höher sein könnte“, wie Daun findet.

Eigentlich war das Seminar auf ein Semester angelegt; doch die Resonanz unter den Studenten war so stark, das Mitscher es wiederholte. Insgesamt haben gut 20 Studenten Fotos gemacht. Aus über 20 000 Fotografien mussten sie eine Auswahl treffen. Im Rockmuseum sind neben ausgedruckten, teils großformatigen Arbeiten auch Projektionen zu sehen. Unter anderem Bilder von Aloe Blacc, New Model Army, „We Were Promised Jetpacks“, „Atari Teenage Riot“ und vielen weiteren europäischen und amerikanischen Musikern.

Und das Abenteuer „stage-photography“ geht für die Studenten weiter: auf dem „Meltfestival“ im Juli in Berlin.


Offenbach Post
June 24, 2011
Reference

Offenbach/Gronau (nb) – Studierende aus dem Lehrgebiet Fotografie der HfG Offenbach stellen im Popmuseum Gronau Arbeiten aus, die im Rahmen des Projekts Stage Photography entstanden sind. Die Ausstellung läuft noch bis zum 4. September 2011.

Seit Anfang letzten Jahres haben sich mehr als zwanzig Kunststudenten der Hochschule für Gestaltung Offenbach den akuten Fragestellungen und Problemen der Bühnenfotografie gestellt. Dabei beschäftigten sich die Studenten mit der Frage: Sind die Zeiten von Sex, Drugs und Rock’n’Roll wirklich vorbei? Inwieweit ist der Künstler, der Live-Musiker noch ein eigenes Produkt, wenn jeder Manager, jedes Label, sogar die Gruppen selbst sich mehr und mehr in geplante Choreographien zwängen?

Mehr Infos und Bilder von der Ausstellung finden Sie im Internet
„Drei Songs, dann schaltet ihr die Kamera aus“, heißt es heute auf beinahe jedem Konzert. Und das lotet die Freiheit beider Seiten aus: die Freiheit der Band, die Posen drei Songs lang für die Kamera halten, stellen muss – und die Freiheit des Fotografen, der einen Weg aus der Austauschbarkeit sucht.
Bilder von der Ausstellung
Dass dieser zu finden ist, die Helden auf der Bühne nur Menschen sind, der Fotograf – trotz aller Restriktionen – dennoch Künstler ist und Bühnenfotografie Kunst sein kann, wollen die Kuratoren und Fotografen Urs Daun, Pascal Breitenbach, Malte Sänger und Rudolf Weißbeck in der Ausstellung in Gronau beweisen.

Aus mehr als 50.000 Fotografien von rund 180 Bands, die 30 Fotografen in 18 Monaten geschossenen haben, hat der Initiator des Projekts, Clemens Mitscher, eine Auswahl getroffen, die der zeitgenössischen Musikwelt Europas und Amerikas einen Spiegel vorhält.


PHOTOPRESSE
June, 2011
PDF

HOCHSCHULPROJEKT ROCKFOTOGRAFIE
Musik sehen

Coverlose MP3’s, eine schrumpfende Musikindustrie, gestrenge PR-Wächter:
Die Rockfotografie ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Ein vielversprechendes Projekt der Hochschule für Gestaltung Offenbach will sie wieder ins Rampenlicht holen. Die Zwischenergebnisse können sich sehen lassen. Ein Ortstermin.

Montreux, Westschweiz, Winter 1972: Ian Gillan, Ritchie Blackmore, Jon Lord, Roger Glover und Ian Paice, genannt Deep Purple, schauen aus dem Fenster ihres Hotels, als auf einmal Rauch über den Genfer See zieht. Der Qualm stammt, wie sich bald herausstellt, aus dem Casino, in dem Frank Zappa & the Mothers gerade ein Konzert geben. Der Rest ist Geschichte, eine Geschichte, die Deep Purple in ihrem bekanntesten Song nacherzählen: „Smoke on the Water“. Mittendrin statt nur dabei: Der Fotograf Dieter „Didi“ Zill, der die Aufnahmesession der Band im Grand Hotel fotografisch begleitet und so Augen- und Ohrenzeuge bei der Entstehung des wohl berühmtesten Takes der Rockgeschichte wird.

Breitenbach am Herzberg, Osthessen, Sommer 2010: 15 Studenten der HFG Offenbach beziehen ihre selbst mitgebrachten Zelte auf dem Burg-Herzberg-Festival, der seit 1968 mit Unterbrechungen bestehenden „Traditionalist Hippie Convention“, wie sich das Event selber nennt. Unter Anleitung des Dozenten Clemens Mitscher wollen die Studenten das komplette dreitägige Festival covern. Neben Headlinern wie Jeff Beck, New Model Army, Roger Chapmann & The Shortlist, Osibisa, der britischen Krautrock-Legende Nektar oder den Space-Rock-Veteranen Hawkwind sind auch vielversprechende neue Bands wie die bayrische Balkan-Techno-Ska-Blaskapelle La Brass Banda oder die britischen Bluesrocker The Brew auf der Bühne – und zu Gast im eigens aufgebauten Pagodenzelt, das die Studenten zum mobilen Studio umfunktioniert haben. Das Dauer-Shooting auf dem Festival ist Teil des Kurses „Stage Photogaphy“, den Clemens Mitscher initiiert und im Sommersemester des vergangene Jahres zum ersten Mal geleitet hat. Das Ergebnis: Ein Schein für jeden Studenten – und rund 1000 Bilder, die sich sehen lassen können.

Die verdammte 3-Song-Regel

Das „Montreux Jazz Festival“ und das „Burg-Herzberg-Festival“ – zwei Musikereignisse, zwischen denen knapp vierzig Jahre liegen, zwei Generationen von Rockfotografen. Schon wahr, jeder hat mal klein angefangen, doch auch wenn früher nicht alles besser war, so war doch manches leichter. Erst zwei Jahre vor besagter Aufnahmesession in Montreux war Didi Zill der Redaktion der Bravo beigetreten, hatte, auf einer ersten Amerikareise mit nur einer einzigen Kamera und drei Wechselobjektiven, erste Fotos mit Sonny & Cher und Creedence Clearwater Revival gemacht, später folgten Aufträge über internationale Stars wie Tina Turner, Jethro Tull, Paul Mc-Cartney, Pink Floyd oder Queen. Viele erfolgreiche Musikfotografen aus den 70er und 80er erzählen diese Geschichte: Dass, neben Begabung und Durchhaltevermögen, auch das Glück eine wesentliche Rolle spielte.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Davon kann der Schweizer Fotograf Hannes Schmid, der zwischen 1977 und 1984 insgesamt 258 Bands von A wie Abba bis Z wie Zappa begleitet und später die Marlboro Men fotografierte, ein Lied singen. Am Anfang seiner Karriere nahm ihn ein Freund mit in ein Restaurant, in dem die damals noch unbekannten Status Quo saßen. Die wollten ihn gleich wieder los werden – wegen akuter Fotografenphobie. Doch als der Manager von Schmids Kannibalen-Portraits aus Südostasien hörte, sagte er: „Wenn das stimmt, dann musst du unbedingt meine Band fotografieren“ – worauf der Schweizer die Rocking-all-over-the-world-Rocker drei Monate lang auf ihrer Deutschlandtour begleitete. Baron Wolman, der frühere Cheffotograf des Rolling Stone Magazin, berichtet als Gast auf den Stage-Photography-Seiten der HfG von ähnlichen Zufällen, die ihn an einem Abend von einer Fotosession mit The Who zu Spontanportraits mit Mick Jagger brachten. Und der Fotograf Vic Singh erzählt auf stage-photography.com, davon, dass er völlig freie Hand bei der Gestaltung des Covers für Pink-Floyds „The Piper at the Gates of Dawn“ hatte – und für die optisch-psychedelischen Effekte einen Prismenfilter nutzte, den ihm George Harrison einige Zeit zuvor geschenkt hatte.

The times, they are changing: Wenn es nach den Musikmanagern von heute geht, ist jedes Bild kontrolliert, Bands wie R.E.M. halten sich Haus- und Hoffotografen, für den Rest der Fotografenmeute gilt die 3-Song-Regel. Sie besagt, dass die Fotografen nur während der ersten drei Stücke arbeiten dürfen und dann ihre Kamera abzugeben haben – die totale Imagekontrolle. Die Nachwuchsfotografen aus Offenbach werden also dass, was die Rockfoto-Veteranen beschreiben, nicht erleben, ganz gleich, wie gut sie noch werden.

Und gut sind sie bereits jetzt: Ein halbes Jahr nach dem Shooting-Marathon von Burg-Herzberg sitzen die „Stage Photographer“ wieder mit Clemens Mitscher zusammen und diskutieren ihre Ergebnisse. Sie haben inzwischen mit www.stage-photography.com eine Non-Profit-Website gebaut, auf der sich ihre Bilder wiederfinden, sortiert nach Events und Bands. Zwischen ihnen, auf Tischen, liegen die XXL-Prints und Fotobücher, die sie produziert haben. Es sind weder pekuniäre Motive noch die Faszination des Starkults, der die Studenten antreibt. Die meisten sind beseelt von der Idee, den musikalischen Moment zu feiern und zugleich Schneisen ins Dickicht des fotografisch schon Dagewesenen zu schlagen. Sicher, vieles von dem, was im ersten Rockfoto-Semster in Offenbach passiert ist, kommt einem bekannt vor. Aber das ist auch kein Wunder angesichts dieses „streng vordefinierten Raums namens Bühne“, wie es ein Student formuliert. Oder angesichts eines halben Jahrhunderts Rockfotografie, die bildsprachlich schon alles Mögliche und Unmögliche ausprobiert hat: verschwommene und messerscharfe, schwarzweiße, knallbunte, entsättigte und psychedelisch eingefärbte Bilder, perfekt inszenierte und spontane Momentaufnahmen, Einfach- und Mehrfachbelichtungen und natürlich Schnellzoomblitzübungen auf den zweiten Verschlussvorhang. Nein, es ist nicht alles neu, was die Rockfoto-Novizen aus Offenbach da ihren Kameras abtrotzen, aber nicht wenige Bilder der HfG-Studenten spiegeln das Versprechen wider, für das Rockmusik einmal angetreten ist und dass sie – in guten Momenten für eine Weile – immer noch einzulösen vermag: Dass unterbewusstseinsgeschwängerte Gefühl, dass Authentizität, eine rebellische Grundhaltung und die bedingungslose Hingabe an den Augenblick mehr zählen als Konsum, kleinfamiliäres Glück oder Blümchensex.

Da sind diese radikal unscharfen Gegenlichtbilder; ein Saxofon, das von zwei aus dem dunklen Nichts kommenden Händen gespielt wird; die Einsamkeit des Frontgitarristen nach dem ersten, halbgeglückten Song; der Schweiß, der dem Bassisten ins kobaltblaue Gesicht tropft; die Weltentrücktheit des Lead-Gitarristen während des Solierens; der Schlagzeuger, der seine Sticks auf die Snare gelegt hat nach der Zugabe, den postkonzertalen Blues schon im Nacken; die Hände von Band und Fans, die sich über den Graben hinweg nacheinander sehnen, während in eben diesem Graben, verschwommen und im Hintergrund, ein Berufsjugendlicher mutmaßlich mit den Organisatoren telefoniert: Das Konzert als kommerzieller Veranstalterjob.

Das ist das Schöne, das Seltene am Projekt der HfG: Dass Bilder entstehen, die sonst nicht entstanden wären, einfach, weil diese hier keinem Verwertungszwang unterliegen als der gestalterischen oder interpretativen Intention ihrer Autoren. Was nicht heißt, dass sie sich nicht auch kommerziell nutzen ließen. Anfragen gab es bereits, auch wenn sich weder das Projekt noch die zugehörige Website als Verkaufs-, sondern bestensfalls als PR-Plattform in eigener Sache versteht: Mitscher: „Wenn da jemand aufmerksam wird, ist das ein schöner Nebeneffekt.“

Musik – eine entortete Kunst

Keine Frage: Die Studenten sind begeisterungsfähig, und bei aller spätjugendlichen Coolness leuchten ihre Augen, sobald sie von ihren Projekten erzählen. Doch auf die Frage, ob die Stage Photography für sie eine berufliche Option ist, ja, ob sie der Glamour und der permanente Ausnahmezustand, der dem Musikbusiness innewohnt, nicht reizt, herrscht Zurückhaltung. Was nicht allein daran liegt, dass dieser Kurs gerade erst ein Sommersemester lang gelaufen und für viele erst einmal eine kreative Option unter vielen ist. Es ist der pure Realismus, die Fähigkeit, Visionen zu entwickeln (denn das ist das, was hier an der HfG gefördert und gefordert wird) und dennoch nicht die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen. Denn die sieht für die professionelle, sprich: lebensunterhaltsichernde Rockfotografie, alles andere als rosig aus.

Die Stage-Fotografie im Allgemeinen und die Rockfotografie im Besonderen werden gleich von mehreren Seiten in die Zange genommen. Da ist zum einen der offenbar unaufhaltsam mit der Digitalisierung der Musik einhergehende Niedergang der Musikindustrie. In einer Branche, die bis vor zehn Jahren im Geld schwamm und ein entsprechend großes Budget für die visuelle Promotion zur Verfügung stellte, herrscht Katerstimmung; Auf Kongressen und Fachmessen wie der Popkomm geht es vor allem darum, wie man die Kosten zurückfahren kann.

Doch es sind nicht nur die Mindereinnahmen der Industrie, die zu Minderaufträgen bei denen führen, die Musik fotografieren, es ist auch das, was Martin Liebscher, Professor für Fotografie an der HfG, die „Entortung der Musik“ nennt. „Mp3s brauchen nun mal keine Cover, das Bild schrumpft zum Icon, zum Wegweiser für das Wiederfinden auf dem MP3-Player.“ Und schließlich hat es die Fotografie als Standbildmedium schwer in Zeiten, in denen jeder die halbe Show im Web oder auf der Youtube-App seines Handys nacherleben kann. Außerdem ist da ja die Sache mit der 3-Song-Regel. „Man wird förmlich gelenkt, darf nur aus dem Graben fotografieren, in Herzberg war das ein wahrer Grabenkampf, bei dem ein sich Einlassen auf den Moment gar nicht möglich war“, berichtet einer der Studenten. Ein anderer sagt: „Drei Songs, da macht man dann aus der Not heraus mehr als 1000 Bilder, die sich dann im Zweifel mehr oder weniger alle gleichen.“

Teilweise, so mutmaßen manche, sei die Atmosphäre und der Respekt zwischen Musikern und Fotografen in der Vergangenheit vergiftet worden, deshalb die strikten Reglementierungen von Seiten des Managements. Umso wichtiger sei es, den direkten Kontakt zur Band zu suchen. Und es gab sie, die positiven Erlebnisse. „Als The Brew ankamen, hatten die einen fürchterlichen Rock‘n‘Roll-Kater, also haben wir denen erstmal einen vernünftigen Kaffee gemacht“, berichtet Mitscher. „Dann war das Eis gebrochen. Danach hatten die Studenten freie Bahn: Bühne, Backstage, Umkleide – das volle Programm.“ Höhepunkt des informellen Zusammentreffens von Studenten und Musikern war aber zweifellos das spontane Aufkreuzen von New Model Army am Studiozelt. Die Independent-Band hatte sich in die Schlange der Festivalbesucher eingereiht, die den Portraitservice der HFG nutzen wollten. „Irgendwann sagte dann Justin Sullivan, der Sänger: ‚Ich hab gehört, man kann sich hier fotografieren lassen’“, erinnert sich einer der Studenten. „Wir haben sofort reagiert, das Stativ mit der Hasselblad und das Licht umgedreht und dann diesen genialen Schnappschuss nach draußen gemacht.“

Die Rockfotografie ist tot. Es lebe die Rockfotografie!

Auch wenn früher vieles leichter war: In mancher Hinsicht hat es die neue Rockfotografengeneration einfacher. Der Autofokus greift weit sicherer als früher (wenn auch im Halbdunkeln der Bühne oft immer noch nicht gut genug). Die Kosten für Filmmaterial und Entwicklung entfallen im Zweifel. Vor allem aber lässt sich die Available-Light-Fotografie dank der rauscharmen High-Iso-Fähigkeiten des Equipments deutlich weiter treiben. Man habe seinerzeit die Filme maximal auf 400 ISO pushen können – bei Deep Purple und ihrem Hang zu finsterpurpurner Bühnenausleuchtung seien da Idee und Rahmenbedingungen oft genug kollidiert, erinnert sich Didi Zill, der im vergangenen Jahr im Rahmen des „Stage Photography“-Kurses an der HFG einen Vortrag hielt.

Und so sehr der Niedergang der Plattenindustrie die professionelle Rockfotografie in Bedrängnis bringt, so bietet er ihr paradoxerweise auf der anderen Seite neue Angriffsflächen. Weil er das wieder belebt, was spätestens seit Beatles’ Sgt. Pepper’s an Bedeutung verlor: Das Rockkonzert als Event – die einzige Vermarktungsschiene, die nicht digitalisier- und damit virtuell vermarktbar ist.

Zappa auf dem Klo oder dem Caterpillar, die Beatles auf dem Dach des Apple Studios, der Bassist von The Clash, den die Fotografin Pennie Smith beim Zerschmettern seiner Bassgitarre einfängt und es damit aufs Cover von „London Calling“ schafft: Viele dieser Momente sind buchstäblich einmalig, und auch die inszenierten Rock-Ikonografien lassen sich nun mal nicht eben mit dem Fotohandy „über Kopf“ schießen. Gibt es niemanden, der diese Augenblicke der Popgeschichte in einem inhaltlich und/oder stilistisch relevanten Bild einfängt, so ist dieser Augenblick fünf Minuten nach dem Konzert für immer verloren. Die Rockfotografie ist tot – es lebe die Rockfotografie. Die HfG Offenbach mischt bei der Wiederbelebung der Untoten kräftig mit. Wir drücken die Daumen – das Sujet hat es verdient.

Epilog: Inzwischen haben die Bühnenfotografen aus Offenbach Kontakt mit der Bildredaktion des Melt-Festivals zu den Organisatoren anderer Festivals aufgenommen und Aussicht darauf, dort ihren nächsten Sommersemesterschein zu „schießen“ – unter ungleich professionelleren infrastrukturellen Rahmenbedingungen.

Interview
„Ohne Visionen …kein Rock‘n‘Roll“

Clemens Mitscher, Initiator und Leiter des Kurses „Stage Photography“ zur Intention des Projekts und seinen Perspektiven.

PP: Wie wird man Rockmusikfotograf?
Mitscher: Da gibt es sicherlich kein Patentrezept, nicht einmal bei uns. Auch wenn wir meines Wissens derzeit die einzige Institution sind, die überhaupt so etwas unterrichtet.

PP: Wie kam eigentlich die Idee zustande?

Mitscher: Abgesehen davon, dass ich eine persönliche Affinität zu Rock und Rockfotografie habe, muss ich sagen, ich weiß nicht mehr so recht. Es lag wohl einfach in der Luft.

PP: Wie macht man das als Dozent? Wie sagt man, was „richtig“ und was „falsch“ ist, was ein gutes, was ein schlechtes Bild ist?

Mitscher: Überhaupt nicht, jedenfalls ist das nicht mein Ansatz. Ich begreife mich eher als Moderator. Die meisten Dinge passieren eh im Austausch zwischen den Studenten.

PP: Auch wenn es viel um Bildgestaltung geht, ist der Kurs technisch
orientiert …

Mitscher: Mein Ansatz ist der des „Learning by doing“, auch in kreativer Hinsicht. Trotzdem muss man sich vor dem Event mit der Kameratechnik beschäftigt haben – es ist schon schwer genug, im Dunkeln scharf zu stellen.

PP: Welche Kameras wurden eingesetzt?

Mitscher: Für die Studiofotografie in unserem mobilen Studio auf dem Herzberg-Festival haben wir Hasseblad H3D genutzt – auch um die für die Megaprints erforderliche Auflösung zu erreichen. On Stage haben die Studenten mit Nikon D700 gearbeitet. Wir haben mehrere andere Kamerafabrikate ausprobiert, aber die D700 war in Sachen Available Light einfach die beste – und das ist ja auf der Bühne ganz besonders wichtig, wo wir meist mit ISO-Zahlen von 1200 bis 1600 arbeiten, teilweise auch darüber.

PP: Das „Stage Photography“-Projekt ist als einmaliger Kurs gestartet. Wie geht es weiter?

Mitscher: Angesichts des Engagements der Studenten und der wirklich guten Bildergebnisse ist klar, dass wir den Kurs im kommenden Sommersemester fortführen. Alles fängt mal klein an. Am Anfang steht so etwas wie eine Vision. Meine ist es, dass da einzelne Studeten Feuer fangen und sich das ganze irgendwann zum Selbstläufer entwickelt. Warten wir mal ab. Das Projekt hat meine Erwartungen in jeden Fall übertroffen, und ich würde mir mittelfristig einen gestalterischen Schwerpunkt Rock‘n‘Roll-Fotografie wünschen.

PP: Die Musikindustrie hat sehr genaue Vorstellungen von dem, was sie will. Wäre diese Art der Fotografie nicht besser an einer (Hoch)schule aufgehoben, die marktorientierter unterrichtet?

Mitscher: Das glaube ich gerade nicht. Wer zu relevanten, das heißt bleibenden Statements kommen will, muss gerade bei einem Sujet wie der Musik, das ja von der Erneuerung lebt, auch innovative, experimentelle Ansätze vermitteln. Und dass gerade der wieder auflebende Progressive- und Psychedelic-Rock personell immer schon eng mit Kunsthochschulen verflochten waren, zeigen Bands wie Pink Floyd, The Doors oder Velvet Underground. Eigentlich ist es ganz einfach: Ohne Visionen kein Rock‘n‘Roll und ohne Rock‘n‘Roll keine Rock‘n‘Roll-Fotografie!

PP: Sie sind der HfG schon seit Studienzeiten verbunden. Kommt für Sie überhaupt eine andere Hochschule in Frage?

Mitscher: Die HfG ist schon so etwas wie eine Heimat für mich. Aber ich bin ein offener Mensch. Wenn irgendwo, ich denke dabei z. B. an die Pop Akademie Baden-Württemberg, Möglichkeiten geschaffen würden, die Rock-Fotografie zum Studienfach zu machen, wäre ich sicherlich nicht abgeneigt …

„Es geht um die Risse in der Fassade“

Studenten des HfG-Kurses „Stage photography“ berichten über ihre Erfahrungen während der Projektarbeit und was der Kurs ihnen persönlich gebracht hat.

PP: Nach dem Burg-Herzfeld-Festival und Eurem Sprung ins kalte Wasser: Was habt Ihr aus dem Stage-photography-Kurs mitgenommen?

Florian Albrecht-Schoeck: Also ich war, was People-Fotografie anging, vorher eher gehemmt. Durch den Kurs habe ich auf jeden Fall die Angst verloren, Menschen zu fotografieren. Außerdem fand ich es gut, dass wir auch analog gearbeitet haben, das öffnet den Raum für eine andere, experimentellere Rangehensweise. Einen Teil der Bilder habe ich mit einer Hasselblad auf Schwarzweiß-Film gemacht und anschließend meinen Schlafsack als Dunkelkammer genutzt. Dadurch ist eine eigentümliche, verkratzte Anmutung entstanden, die mir sehr gut gefällt.

Matthias Lawetzky: Ich habe in all diesem Chaos und Lärm gelernt, mich zu konzentrieren und trotzdem mein Ding zu machen: Seit Herzberg kann ich in jeder Situation fotografieren.

PP: Es war schon alles da. Wie schafft man da was Neues?

Florian Albrecht-Schoeck: Ich glaube, es geht ja gar nicht unbedingt darum, immer was Neues zu schaffen, sondern eher darum, authentischen Momente einzufangen und die Risse in der Fassade zu zeigen.

PP: Habt Ihr rockfotografische Vorbilder?

Marc Krause: Mir gefällt beispielsweise Ryan Mcginley, vor allem seine Herangehensweise, als „Fan“ in die Konzerte zu gehen und die Kamera hereinzuschmuggeln. Auch die Musikerportraits von Soren Starbird oder von Erik Weiss gefallen mir gut.

Malte Sänger: Ich glaube, es ist hilfreich, sich der Geschichte der Rockfotografie und ihrer Stile bewusst zu sein. Aber ein Vorbild, dem man nacheifern kann, gibt es für mich persönlich nicht. Ziel ist es schon, ein eigenes Verständnis dieser Fotografie zu entwickeln.
Rudolf Weißbeck: Es gibt für mich nur bestimmte Strömungen, die mir aufgefallen sind und zu denen ich dann Stellung beziehen wollte. Einigen im Kurs gefiel zum Beispiel der rein dokumentarische Zeitungsstil nicht, bei dem das, was Musik ausdrückt, verloren geht. Deshalb hat sich ein Teil des Kurses entschlossen, einen experimentelleren Weg einzuschlagen.

PP: Von wem oder was wollt Ihr Euch abgrenzen?

Oliver Rossol: Ich versuche mich eher von einer rein dokumentarischen Konzertfotografie abzugrenzen. Mir persönlich ist die Verbindung zur Musik sehr wichtig, deren Atmosphäre ich auf meine Bilder übertragen möchte. Am liebsten arbeite ich mit einem 50 mm Objektiv, um ein Maximum an Nähe und Authentizität zu erreichen. Falls ich nachbearbeite, versuche ich dem Konzert einen stimmigen Gesamtlook zu verleihen.

PP: Ist die Rockfotografie durch den Kurs zu einem zentralen Sujet für Euch geworden?

Malte Sänger: Das nicht gerade, aber ich habe schon das Gefühl, dass Rockfotografie für mich ein ständiger Begleiter ist, der von den anderen Einflüssen an der Universität stark profitieren kann, genauso umgekehrt.

Nicolas Ritter: Also bei mir hat das Projekt auf jeden Fall großes Interesse für ein Genre geweckt, das ich vorher gar nicht verfolgt habe. Inzwischen fotografiere ich immer wieder bei Konzerten – demnächst mit etwas Glück während meiner Semesterferien in Kalifornien einen B.B.-King-Gig.

PP: Habt Ihr nach dem Kurs weitergemacht?

Marc Krause: Ich bin selbst Musiker und habe mich schon vor dem Projekt aktiv mit Musikfotografie beschäftigt und arbeite unter anderem an einem internationalen Portrait-Projekt mit Musikern.

Oliver Rossol: Ich habe danach das Arcade Fire- und das Atari Teenage Riot-Konzert fotografiert, die auf der Website sind. Bei Atari Teenage Riot habe ich übrigens direkt mit der Band kommuniziert und konnte deshalb die übliche 3-Song-Vorgabe umgehen und auch auf der Bühne fotografieren.

Carina Böhler: Mir ging’s ähnlich: Dank meiner Referenzen aus dem Stage-Kurs konnte ich beim „Sound of the Forest Festival“ fotografieren – mit einem offiziellen Presseausweis, wodurch ich das komplette Geschehen vor Ort covern konnte.

PP: Viele von Euch arbeiten sonst überwiegend im Filmbereich. Was macht für Euch den Reiz von Fotografie in diesem Kontext aus?

Rudolf Weißbeck: Eine Fotografie muss den Blick des Zuschauers länger standhalten. Ich glaube, wenn es um den Transport einer Idee geht, ist der Vorteil der Fotografie die Beständigkeit. Gerade die Tatsache, dass man nichts hört, gibt mir die Chance, bestimmte Aspekte gezielt hervorzuheben.

Pascal Breitenbach: Beim Film ist ein Augenschlag nichts weiter als ein Augenschlag. Die Fotografie aber ist auf ihre Weise ein „brutal“ auf einen Moment reduzierter Bildausdruck, der stark auf die Kreativität des Betrachters angewiesen ist. Bei Belichtungszeiten von 1/125stel sind allein beim Öffnen der Augen über 50 verschiedene Fotografien „möglich“. Die Herausforderung besteht also dann darin, jenen Moment herauszupicken, der die Stimmung in diesem speziellen Moment auf den Punkt bringt.

Interview
„Wir fördern ein Grenzgängertum“

Martin Liebscher, Professor für Fotografie an der HfG Offenbach, über die Zielsetzung der Hochschule, die Besonderheiten ihrer fotografischen Ausbildung und sein eigenes Schaffen.

PP: Wofür steht die HfG in ihrer visuell-gestalterischen Ausrichtung?

Liebscher: Als Kunsthochschule des Landes Hessen hat die HfG das Ziel, eigenständig denkende und avantgardistisch arbeitende Künstler und Gestalter auszubilden. Für jedes Lehrgebiet gibt es genau einen Professor. Die gut ausgebauten Werkstätten vermitteln nicht nur den technischen Umgang mit Materialien und Maschinen, sondern bauen auf inhaltlichen Fragestellungen auf.

PP: Was kann man hier – in Sachen Lichtbild – besser lernen als an anderen Hochschulen?

Liebscher: Jeder Student ist aufgefordert, sich in mehreren Kursen zu engagieren. Es gibt also keine starren Klassenverbände, sondern wir fördern ein „Grenzgängertum“, welches eine vielseitige und tiefe Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeit ermöglicht. Da an der HfG kein Bachelor-Master, sondern ein Diplom-Studiengang angeboten wird, können und sollen sich die Studenten frei in ihrem selbstgewählten Schwerpunkt vertiefen. Die Fotografie an der HfG ist künstlerisch ausgerichtet – einer fachidiotischen Ausbildung wird eine offene Struktur der Selbstverantwortung und des medienübergreifenden Denkens und Arbeitens gegenübergestellt.

PP: Auf einer Skala von 1 bis 10 zwischen Kunst und Gebrauchsbild: Wo verorten sie die Stage-Fotografie?

Liebscher: Die Portraitfotografie – in diesem Fall von Musikern bei der Arbeit – könnte 1:1 das vom Portraitierten gewünschte Bild wiedergeben. Im schlimmsten Fall ist der Fotograf der Passbild-Apparat, der Spiegel der aufgesetzten Maske – ein Erfüllungsgehilfe von Macht und Eitelkeit. Schafft der Fotograf es, hinter diese Fassade zu schauen, kann aus dem Abbild das Allgemeingültige entstehen, was der Kunst innewohnt. Vielleicht sagt das Bild dann etwas über den Portraitierten, den Fotografen und den Betrachter. Nur wenige Bilder schaffen das, aber dann rockt’s!

PP: Sie selbst haben zuletzt rockhistorische Szenen und legendäre Plattencover wie „With the Beatles“ oder „Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band“ in der für Sie typischen „Wer bin ich und wenn ja wie viele“-Selbstvervielfältigungstechnik reinszeniert. Ist das jetzt noch Liebscher oder schon Blasphemie?

Liebscher: Die Plattencover interessieren mich als Bilder aus dem kollektiven Gedächtnis. Die Frage ist: Was und wie viel davon muss man zeigen, um das Bild zur Musik zu erzeugen? Das Sgt. Pepper-Cover ist eines der bekanntesten Plattencover überhaupt, trotzdem war der Urheber – Peter Blake, ein englischer Popart Künstler – nicht im Bewusstsein. Für mich ist das Bild ein höchst interessanter Container, in den ich viele meiner bisherigen Werke einfließen lassen kann.

PP: Wie ist die Collage entstanden?

Liebscher: Diese Arbeit vereint in der Gleichzeitigkeit des Fotos die gesamte Spanne meines Lebens – vom ersten Babybild bis zum Moment des Shootings. Alle Figuren sind lebensgroß auf Pappe aufgezogen und werden von 30 Studenten hochgehalten. Erst der große Aufwand dieses analogen Nachstellens bringt die zahlreichen Brüche in der Wahrnehmung hervor: Teilweise sind die Hände der Studenten zu sehen, in den Zwischenräumen lugt auch mal einer hervor. Die Arbeit ist also, wenn man so will, „Post-Liebscher“, da sie sich des Prinzips der Selbstvervielfachung bedient und durch
eine selbstironische Vivisektion das eigene Werke zerhackstückt.

Text und Interviews: Peter Schuffelen

Die Hochschule für Gestaltung Offenbach im Profil

Die Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) ist seit 1970 eine Kunsthochschule mit Universitätsrang und zeichnet sich durch inhaltliche Offenheit aus: Kunst, Medien und Design werden gleichberechtigt gelehrt und miteinander entwickelt. Dabei geht es auch um das Zusammenwirken von Theorie und Gestaltung, Experiment und Produkt, neuer und alter Bilderzeugungstechniken. Die Realität in Kunst, Design und Medien ist geprägt von crossmedialen und crosskulturellen Konvergenzen. Dies spiegelt sich in den Ausbildungsstrukturen wider. Ziel ist es, Künstler und Designer auszubilden, die den Anforderungen einer sich im ständigen Umbruch befindlichen Landschaft von Berufsbildern gewachsen sind. Für den Abschluss des Studiums (Diplom-Designer) stehen vier Fachrichtungen zur Wahl: Kunst, Kommunikationsdesign, Medien, Bühnen- und Kostümbild (Fachbereich Visuelle Kommunikation) und Produktgestaltung Fachbereich Visuelle Kommunikation Die Struktur der Studiengänge im Fachbereich Visuelle Kommunikation ist auf die Überwindung der traditionellen Trennung von „freien“ und „angewandten“ künstlerischen Disziplinen ausgerichtet und bietet eine in alle Richtungen durchlässige Vernetzung gleichrangiger Lehrangebote. Dieses Offenbacher Kunsthochschulmodell ist derzeit einzigartig und basiert auf der Überzeugung, dass die freien und die angewandten Studienschwerpunkte zwar jeweils spezifische, jedoch miteinander eng verwandte Sphären künstlerischer Arbeit bilden. In den Werkstätten, Labors und Ateliers des Fachbereichs werden sowohl die digitalen Computer-und Medientechnologien als auch analoge und klassische gestalterisch-künstlerische Techniken vermittelt und erforscht.

www.hfg-offenbach.de

Die Klasse Martin Liebscher kann hier in ihren Arbeitsschwerpunkten nur schlaglichtartig beleuchtet werden: Stefan Stark etwa fotografiert Gesichter, stülpt die Prints auf Pappmaché-Puppen und modelliert so eine ganz eigen(tümlich)e Art von „Portraits“; Ornella Fieres spielt virtuos mit Überlagerungen von Lichtbildprojektionen und Fotografie; Florian Albrecht-Schoeck bürstet in seinen in aufregend-unaufgeregten schwarzweißen Ortsportraits das Thema Heimat gegen den Strich; und Oliver Dignal komponiert visuelle Fakes aus Gebäuden und deren mimikrischer Baustelleneinrüstung – um nur einige zu nennen. Weitere Infos und Arbeitsergebnisse unter www.klasseliebscher.de

Rock me with your camera: Der „Stage Photograhpy“-Kurs

• fand im Sommersemester 2010 erstmals statt – und wird in diesem
Sommersemester fortgesetzt

• teilnehmende Studenten (bis Ende 2010 – Anm. d. Redaktion):
Florian Albrecht-Schoeck, Carina Böhler, Veruschka Bohn, Pascal Breitenbach, Urs Daun, Merlin Flügel, Robin Klussmann, Marc Krause, Mattis Kuhn, Matthias Lawetzky, Nicolas Ritter, Oliver Rossol. Malte Sänger, Andreas Thürck, Rudi Weißbeck, Nastasja Zecevic

• Initiative und Leitung: Clemens Mitscher

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns die Meldung, dass die Studenten ihre Arbeiten unter dem Titel „First Three Songs only“ vom 16. Juni bis 4. September 2010 im rock‘n‘popmuseum in Gronau (www.rock-popmuseum.de) in einer Ausstellung präsentieren.

„Die Rockfotografie ist der dirty little bastard zwischen Heldenverehrung, Paparazzifotografie und künstlerischem Ausdruck. Wie Bram Stokers Hauptfigur hat sie ihre Schneidezähne in die Kunstgeschichte gehauen, das Blut der industriellen Vermarktung geleckt und die Kunst gefickt. Auf ewig untot, erscheint sie nun in der Halbwelt der Fotohandys und im Bilderrauschen von Flickr.“ (Martin Liebscher)


Melt! News 15.07.2011
A newspaper cooperation between Intro and Frankfurter Rundschau

18 photography students from the academy of art and design Offenbach prove their skills at Melt! festival 2010. Clemens Mitscher is probably the only person at Melt! festival, wearing a t-shirt with two printed E-Mails. One on the front and one on the back. This has a reason of course. On the 20th of January 2011 Mitscher sent an E-Mail to Geert Schäfer, head of photography at Melt! festival. He asked if he and his stage photography course at the academy of art and design Offenbach could photograph at Melt!, simply to improve their handling of cameras. Schäfers positive answer followed a week later. Mitschers enthusiasm led to him printing the two E-Mails on his T-Shirt. This enthusiasm is still palpable: “It’s such an extraordinary possibility to be able to photograph in such an ambience.”Photographing the stage artists at Melt! is the main focus of the students. “We’re planning to photograph about sixty to one hundred acts”, says student Pascal David Breitenbach. “You can learn a lot through stage photography”, adds his fellow student Urs Daun. “Because of the ever changing lighting conditions, you have to be very fast.” Adding to this is the fact that as a photographer you’re only allowed to release the shutter the first three songs. “This adds pressure.” says Urs Daun. Since the inception of the project in 2010 the students were able to show off their skills mulitple times. They photographed at Burg Herzberg 2010, and visited about 25 concerts in three months. “Melt raises the bar compared to Burg Herzberg”, say Pascal David Breitenbach. Luckily the students found a lot of sponsors. They’re especially proud of their Hasselblad cameras, their studio is right next to an old american school bus, sponsored by m-Store, which they use as their digital darkroom. From this basecamp the students are going to capture the Melt! experience, capturing it for others. One can only be excited about the results.
author: Sebastian Bach

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Photo © Sebastian Bach